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Pepsi gegen Krieg

Purchase Pepsi gegen Krieg

Der US-Getränkekonzern blamiert sich mit politischem Werbespot.

Purchase. Drama, Komik, Werbung – alles lebt von der Fallhöhe. Ein eitler König mit Schluckauf ist einfach lustiger als ein Bettelmann. Manchmal aber wird die Fallhöhe zur Falle. Wie jetzt beim Getränkekonzern Pepsi: In einem Pepsi-Werbespot marschiert ein Demonstrationszug voller friedensbewegter, attraktiver Menschen an einem Fotoshooting mit Glamourgirl Kendall Jenner vorbei, der 21-jährigen Halbschwester von Ober-Glamourgirl Kim Kardashian.

 

LN-Bild

Spielt in dem Pepsi-Spot die Hauptrolle: US-Model Kendall Jenner.

Quelle: Foto: Marta Perez/dpa

Jenner hebt das Köpflein, lässt den Fotografen stehen, streift Lippenstift und Perücke ab, reiht sich ein, ergreift eine zufällig bereitliegende, gut gekühlte Dose Pepsi und reicht sie in Zeitlupe einem Polizisten, umjubelt von den multikulturellen Friedensaktivisten. Der Slogan: „Live Bolder, Live Louder“, lebe mutiger, lebe lauter. Alle tanzen. Welt gerettet. Keine Gewalt. Danke, Pepsi. Ein weißes, 21-jähriges Supermodel, das mit einer Dose Zuckerwasser politische Unruhen deeskaliert? Aufschrei im Netz. Hunderte posteten Bilder gewalttätiger US-Polizisten bei Bürgerrechtsprotesten – mit Kommentaren wie: „Hätte ihm Kendall Jenner bloß eine Pepsi gegeben!“ Ein PR-Filmchen, das sich dreist das ikonografische Foto der Demonstrantin Leshia Evans auf einer „Black Lives Matter“-Kundgebung gegen Polizeigewalt in Baton Rouge zu eigen macht? Pepsi steht als Ausbeuter des Zeitgeistes am digitalen Pranger und hat den Spot inzwischen kleinlaut zurückgezogen.

Seit der medial allgegenwärtige Sex an provokativer Wirkung verloren hat, suchen Werber nach neuen Erregungsmitteln. Politisierter Kommerz erlebt einen kleinen Boom. Denn das wichtigste Produkt von Firmen wie Apple, Amazon, Nike oder Starbucks ist inzwischen: Zugehörigkeit. Ihre Kunden, sagte einst „Body Shop“-Gründerin Anita Roddick, seien allesamt „Träger einer politischen Philosophie über die Frau und die Umwelt“. Haarshampoo als Polit-Statement. Kleiner haben sie es nicht mehr.

Einen PR-Gau erlebt gerade auch eine niederländische Drogeriekette. Sie hat sich mit einem Malbuch für Kinder blamiert, in dem zwischen Fußballbildern und Schlössern ein ausmalbarer Adolf Hitler mit Hakenkreuz auftaucht. Man ermittelt noch, wie es dazu kommen konnte. Im Fall Pepsi dürfte die Ursache schon klar sein: Selbstüberschätzung.

Imre Grimm

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