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Wirtschaft im Norden Personalnot am UKSH: Klinik findet keine Fachkräfte
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Personalnot am UKSH: Klinik findet keine Fachkräfte
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10:02 09.11.2016
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Lübeck/Kiel

Die Negativ-Meldungen über das landeseigene Universitätsklinikum UKSH reißen nicht ab. Erst attestierte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund dem neuen Hochschulmedizin-Gesetz, dass SPD, Grünen und SSW in der kommende Woche in erster Lesung beschließen wollen, dass es die Ärzte entmachte. Jetzt muss die Landesregierung Personalnot im Uniklinikum einräumen.

Erst Anfang November war am Campus Kiel ein schwerkranker Junge aus Berlin abgewiesen worden, den seine Eltern aus der dortigen Charité zu einem Spezialisten an die Förde verlegen lassen wollten.

Begründung des UKSH: Man habe „Kapazitätsengpässe“. Im Klartext: Betten-, Zimmer- und vor allem Personalmangel. Und die Personalnot herrscht offenbar auch auf anderen Stationen. Es sei immer schwieriger, Fachkräfte zu finden, heißt es vom Klinikum.

SPD-Sozialministerin Kristin Alheit bestätigte das jetzt auf einer Pressekonferenz zum neuen Hochschulmedizin-Gesetz. Das sei beim UKSH aber nicht anders als bei anderen Krankenhäusern, erklärte sie zunächst. Dann aber kam heraus: Die Lage ist offenbar so dramatisch, dass der UKSH-Vorstand dem Ministerium noch binnen dieses Jahres einen Bericht vorlegen muss, wie neues Personal gewonnen werden kann und wo neue Stellen gebraucht werden. Es werde dann auch konkrete Handlungsanweisungen an das Klinikum geben, betonte SPD-Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer.

Die Personalnot des UKSH könnte in Teilen tatsächlich hausgemacht sein. Jahrelang mussten die Pflegekräfte im Zuge der wirtschaftlichen Sanierung des Klinikums Lohneinbußen hinnehmen. Andere Mitarbeiter wurden in eine Tochterfirma zu schlechteren Konditionen ausgegliedert. In nächster Zeit sollen parallel zur baulichen Sanierung auf den Stationen hunderte Stellen gestrichen werden, Arbeitsverdichtung droht.

Der Marburger Bund fürchtet darüber hinaus, dass UKSH-Vorstände künftig zum Beispiel aus Kostengründen auch in Behandlungskonzepte hineinregieren könnten (wir berichteten). Denn: Laut eines neuen Paragrafen im Gesetzentwurf der Koalition sollen die Ärzte einem Direktionsrecht des Vorstandes unterworfen werden. Fischer wies die Kritik gestern zurück. Die Ärzte würden in ihrer Interessenvertretung sogar gestärkt, weil neben dem Vorstandschef, einem kaufmännischen und einem pflegerischen Vorstandsmitglied künftig auch zwei Medizin-Dekane aus Lübeck und Kiel feste Vorstandsposten bekämen. Sollte von kaufmännischer Seite zum Beispiel die Anschaffung eines teuren Geräts abgelehnt werden, könnten die Dekane ein Veto einlegen und die Universitätsmedizinversammlung anrufen. In der SPD-Landtagsfraktion ist man angesichts der Kritik zurückhaltender.

Alle Betroffenen hätten im Anhörungsverfahren noch Gelegenheit zur Stellungnahme, sagt deren Hochschulpolitiker Martin Habersaat. Und mit diesen Stellungnahmen werde man sich gründlich auseinandersetzen.

 Wolfram Hammer

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