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Pestizide auf dem Prüfstand

Hamburg/Kiel Pestizide auf dem Prüfstand

Schwarze Liste von Greenpeace vorgelegt – Wandel in der Landwirtschaft gefordert.

Hamburg/Kiel. Geht es nach Greenpeace, so sollen rund ein Drittel der derzeit erhältlichen Agrargifte vom Markt genommen werden. „Mehr als ein Drittel der in Europa verwendeten Pestizide sollte verboten werden“, sagte Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff gestern in Hamburg. Von den 520 in der EU zugelassenen Pestiziden würden 209 Mensch und Umwelt besonders schädigen, weil sie Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Nervensystem schädigen könnten. Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, sich für ein EU-weites Verbot der gefährlichsten Pestizide einzusetzen.

 

LN-Bild

Obstsorten können mit Pilzvernichtern belastet sein.

Quelle: F. Bimmer/ap

Ein unabhängiger Pestizidexperte hatte im Auftrag von Greenpeace alle 520 in der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel überprüft und eine „schwarze Liste“ erstellt. Die bienengefährdenden Neonicotinoide stehen ebenso darauf wie das umstrittene Herbizid Glyphosat. Zudem listet die Studie auch das Insektizid Abamectin und die beiden Pilzvernichter Boscalid und Cyprodinil auf. Sie wurden nach Angaben der Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg 2015 in 26 Prozent aller Frischobst-Proben nachgewiesen.

Die Umweltschutzorganisation räumte ein, dass die Grenzwerte für einzelne Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft in der Regel eingehalten werden. Der Trend gehe allerdings zu Mehrfachbelastungen mit „Pestizid-Cocktails“ in einigen Obst- und Gemüsesorten. Diese seien toxikologisch besonders bedenklich. Huxdorff forderte einen Wandel in der Landwirtschaft. „Die schwarze Liste von Greenpeace kann dazu beitragen, die Lebensmittelproduktion schrittweise zu verbessern.“ Der Öko-Landbau produziere bereits ohne Pestizide, sein Marktanteil betrage allerdings nur sechs Prozent.

Zustimmung kommt aus dem Kieler Umweltministerium. „Grundsätzlich gilt, dass wir den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren müssen, um Gewässer, Böden und die Umwelt zu schützen“, betont Minister Robert Habeck (Grüne). Er hält eine Steuer auf Pflanzenschutzmittel für sinnvoll. Der Bauernverband zeigte sich allerdings skeptisch. „Je enger das Spektrum an Pflanzenschutzmitteln ist, desto größer ist die Gefahr, dass sich Resistenzen ausbilden“, erklärte Sprecherin Kirsten Hess. Die Mittel würden lange und ausführlich geprüft. „Als Landwirte müssen wir davon ausgehen, dass sie zielführend und sicher sind.“

jup

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