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Pilotenstreik: Lufthansa muss Hunderte Flüge streichen

Hamburg Pilotenstreik: Lufthansa muss Hunderte Flüge streichen

Auch Flughafen Hamburg betroffen – Eurowings bereits gestern im Ausstand.

Hamburg. . Wegen des geplanten Streiks der Lufthansa-Piloten sollen am Hamburger Flughafen heute jeweils 26 Starts und Landungen entfallen. Das geht aus dem Notflugplan der Lufthansa hervor. Das Unternehmen bedient von Hamburg die beiden Städte Frankfurt und München. Alle anderen Ziele werden von den Konzerntöchtern Eurowings und Germanwings angeflogen.

 

LN-Bild

Nach dem Notflugplan der Lufthansa sollen heute nur jeweils zwei Maschinen nach München und Frankfurt starten und landen. Laut Flugplan waren jeweils 16 Starts und Landungen nach und aus Frankfurt geplant sowie jeweils 14 Verbindungen von und nach München. Aufgerufen zu dem Streik hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die Streikfolgen betreffen ungefähr 5000 bis 6000 Passagiere, die nicht reisen können und auf die Bahn, das Auto oder andere Fluglinien ausweichen müssen. Der Flughafen erwartet jedoch keine besonderen Vorkommnisse, da die Passagiere sich auf die Situation einstellen.

Gestern war bereits das Kabinenpersonal der Lufthansa-Billigtochter Eurowings nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi in Hamburg und Düsseldorf in einen ganztägigen Streik getreten. An den beiden Flughäfen waren die Beschäftigten zwischen fünf Uhr und 20 Uhr zum Arbeitskampf aufgerufen, teilte Verdi in Berlin mit.

In Hamburg wurden bis zum Mittag jeweils sieben Ankünfte und Abflüge gestrichen, unter anderem nach Dresden, Amsterdam und Stuttgart. Insgesamt standen 20 An- und Abflüge von Eurowings auf dem Flugplan. Am Hamburger Flughafen war es gestern ruhig. An den Schaltern von Eurowings fanden sich nur wenige Fluggäste ein. Durch die Benachrichtigung der Fluggäste über Internet, SMS und Mail waren die meisten Passagiere nach Angaben des Flughafens gut über den Status ihres Fluges informiert.

In Düsseldorf wurden 50 von insgesamt 88 geplanten Verbindungen gestrichen, darunter Flüge nach Berlin, Prag und Wien. Die Gewerkschaft und das Unternehmen streiten seit geraumer Zeit ums Geld und weitere Verbesserungen für das Kabinenpersonal.

Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Pilotengewerkschaft hatte zuvor erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bedauerte den angekündigten erneuten Streik der Piloten. Er wolle im Tarifkonflikt aber nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen. Jeder Streiktag sei einer zu viel, sagte Spohr gestern in Berlin. Ein Verlust von Zukunftsfähigkeit durch einen faulen Kompromiss wäre aber noch viel schmerzhafter. „Lieber einige Tage ohne Lufthansa als irgendwann ganz ohne Lufthansa.“ Ein Streiktag verursache Einbußen im „oberen einstelligen Millionenbereich“. Spohr fordert ein Schlichtungsverfahren.

Kunden können sich über die Internetseite lh.com sowie die kostenlose Nummer 0800/8506070 über den Status ihres gebuchten Flugs informieren. Betroffene würden so weit möglich auf andere Airlines oder andere Verkehrsmittel wie die Bahn umgebucht, hieß es.

LN

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