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Plagiatsjäger nehmen Schweriner Minister ins Visier

Schwerin Plagiatsjäger nehmen Schweriner Minister ins Visier

Till Backhaus (SPD) soll in seiner Doktorarbeit massiv abgeschrieben haben — Der 56-Jährige weist die Vorwürfe zurück.

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Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Für seine Doktorarbeit erhielt er 2001 die Bestnote.

Quelle: Fellechner

Schwerin. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) ist erneut ins Visier von Plagiatsfahndern geraten. Jetzt liegen erstmals konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass Backhaus beim Verfassen seiner Doktorarbeit in großem Stil geschummelt und kopiert haben soll.

Wie aus einer neuen, aufwendigen Überprüfung seiner Promotion auf Plagiate hervorgeht, hat der Minister an mindestens 300 Stellen gegen wissenschaftliche Standards verstoßen. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Betrachtungen zur Getreideproduktion in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1900 und 2000“ hat Backhaus im Jahr 2001 an der Berliner Humboldt-Universität eingereicht — drei Jahre, nachdem er Minister geworden war. Backhaus (56) erhielt damals die Bestnote: summa cum laude.

Auf 44 der insgesamt 66 reinen Textseiten haben die Plagiatssucher ungekennzeichnete Übernahmen festgestellt. Auf 14 Seiten sind laut der Untersuchung mehr als die Hälfte des Textes Plagiate. Auch die Literaturliste weist der Untersuchung zufolge Mängel auf — bis hin zu falschen Autorennamen oder unvollständigen Angaben zu verwendeten Büchern. Zudem habe Backhaus bei seinen Quellenangaben nie eine konkrete Seitenzahl genannt. Der „Ostsee-Zeitung“ liegen sowohl die Doktorarbeit inklusive der zahlreichen Plagiatsmarkierungen als auch alle wichtigen Quelltexte vor, aus denen Backhaus Inhalte großzügig übernommen haben soll.

Auf Grundlage dieser Analyse soll die Promotionsschrift nun von den Experten des Recherchenetzwerks Vroniplag ein weiteres Mal unter die Lupe genommen werden. Eine erste Überprüfung im Jahr 2011 hatte zunächst keine Ergebnisse geliefert, weil der Großteil der Quellen, die der Minister verwendet hat, online nicht verfügbar war, was vor allem mit dem hohen Alter eines Teils der Texte zusammenhängt. Besonders häufig habe Backhaus aus zwei Lehrbüchern zum Getreideanbau, die 1889 und 1923 erschienen sind, wörtlich abgeschrieben oder Texte geringfügig umformuliert, heißt es in einer Zusammenfassung der Ergebnisse der Plagiatsanalyse. Selbst aus Publikationen seines Ministeriums soll Backhaus kopiert haben.

Backhaus selbst wies die Vorwürfe gestern zurück. Seine Arbeit sei bereits dreimal „auf Herz und Nieren“ geprüft worden, „wobei eine eigens zu diesem Zwecke berufene Expertenkommission der Humboldt-Universität zu Berlin die Einhaltung wissenschaftlicher Vorschriften und Standards bestätigte“. Benjamin Fischer

LN

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