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Polizei stoppt Schrottbus bei Hamberge

Hamberge Polizei stoppt Schrottbus bei Hamberge

21 Fahrgäste warten sieben Stunden auf Ersatzbus aus Schweden. Landespolizeiamt: „Bedeutender Einzelfall“.

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Der Reisebus aus Schweden hatte 21 Fahrgäste an Bord und kam gerade aus Rumänien, als er auf der A 1 gestoppt wurde.

Quelle: Fotos: Jens Burmester

Hamberge. Verschlissene Bremsen, ausgeschlagenes Lenkgestänge, kaputte Frontscheibe, gerissenes Fahrgestell: Die Autobahnpolizei Bad Oldesloe hat am Montag einen schwedischen Reisebus samt Anhänger auf der A 1, kurz hinter der Anschlussstelle Reinfeld, aus dem Verkehr gezogen. Den Beamten war der Bus zunächst aufgefallen, weil er statt der erlaubten 80

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Der Reisebus aus Schweden hatte 21 Fahrgäste an Bord und kam gerade aus Rumänien, als er auf der A 1 gestoppt wurde.

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Stundenkilometer mit rund 100 Sachen unterwegs war. Bei der anschließenden Kontrolle auf dem Behelfsparkplatz Hamberge (Kreis Stormarn) bemerkte die Polizei dann den desaströsen Zustand des Fahrzeugs. Der Bus wurde stillgelegt, für die 21 Fahrgäste, die aus Rumänien nach Schweden reisen wollten, ging die Fahrt erst nach einer fast siebenstündigen Wartezeit mit einem Ersatzbus weiter.

Zuvor eskortierten die Beamten den Schrottbus nach telefonischer Rücksprache mit der Kreisordnungsbehörde in Bad Oldesloe und der Dekra in Lübeck zum Dekra- Stützpunkt im Gewerbegebiet Roggenhorst.

Eine Prüfung des Gespannes durch einen Sachverständigen ergab dann das, was die Beamten schon vermutet hatten. Der Ingenieur stellte solch gravierende Mängel fest, dass die Beamten die Weiterfahrt des Busses untersagten. Die Bremsen waren vorne so verschlissen, dass die Mindestbremswirkung nicht erreicht wird. Das Fahrgestell zwischen der zweiten und dritten Achse war beidseitig gerissen. Alle vier Reifen der zweiten Achse waren stark porös und wiesen tiefe Einschnitte und Risse auf.

Die Auflaufbremse des Anhängers war ohne Funktion, die Reifen des Anhängers waren durch Gewebebrüche deformiert. Strafe: 14 Euro für die Dekra-Prüfung und 298 Euro für den Fahrer als Sicherheitsleistung wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung und der vielen technischen Mängel. Weil der schwedische Fahrzeughalter einen Ersatzbus in die Hansestadt schickte, ging die Fahrt für die Passagiere gegen 19.45 Uhr weiter.

Wie viele Reisebusse im Norden jedes Jahr kontrolliert werden und wie vielen die Weiterfahrt schließlich sogar untersagt wird, darüber gibt es laut Landespolizeiamt in Kiel keine Zahlen. „Dabei handelt es sich zwar immer um bedeutende Einzelfälle — um sie statistisch zu erfassen, ist die Zahl jährlich aber einfach zu klein“, sagt Lothar Gahrmann, Sprecher des Landespolizeiamtes. Die Fälle würden der Rubrik „Mängel im Schwerlastverkehr“ zugeordnet.

Bei der Autokraft, die mit 400 eigenen Bussen fährt, ist nach Angaben einer Sprecherin dagegen noch nicht einmal ein Fahrzeug wegen schwerwiegender Mängel durch den Tüv gefallen. „Jeder Bus wird jährlich einer Hauptuntersuchung unterzogen und muss zusätzlich alle drei Monate zu einer Sicherheitsprüfung“, erklärt die Sprecherin. Sicherheit genieße „oberste Priorität“.

Zuletzt verhinderte die Polizei im Juli 2012 eine Studienfahrt von 59 Schülern der Inselschule Fehmarn nach Südfrankreich. Statt des bestellten Doppeldeckers hatte das Busunternehmen einen vollkommen maroden Reisebus geschickt.

Immer mehr erhebliche Mängel
160 Reise- oder Liniebusse mussten deutschlandweit im vergangenen Jahr bei der Hauptuntersuchung des Tüv wegen erheblicher Mängel direkt aus dem Verkehr gezogen werden. Das geht aus dem Bus-Report 2012 des Verbands der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) hervor. Insgesamt wurden dabei 50 000 Hauptuntersuchungen ausgewertet. Dabei kam auch heraus, dass 15,2 Prozent aller Busse — und damit jeder siebte Bus — wegen schwerer Mängel erst in die Werkstatt mussten, bevor es die Tüv-Plakette gab. 2010 waren es nur 12,4 Prozent.

Jan Wulf und Jens Burmester

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