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Portalpraxen gegen Notdienst-Missbrauch

Kiel Portalpraxen gegen Notdienst-Missbrauch

Ministerium, Kassenärzte und Krankenhäuser wollen Patienten zunächst „filtern“ — Bund muss Gesetz ändern.

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Aus Bequemlichkeit wählen viele Patienten den Weg in die Notaufnahme statt zum Hausarzt.

Quelle: dpa

Kiel. Patienten missbrauchen zunehmend die Notfallambulanzen der Krankenhäuser, um lange Wartezeiten bei Haus- und Fachärzten zu umgehen. In Berlin ist darum jetzt ein heftiger Streit entbrannt: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in der Bundeshauptstadt will den Kliniken Behandlungen in der Notfallambulanz, die tagsüber während der hausärztlichen Sprechzeiten stattgefunden haben, nur vergüten, wenn die Klinik dies sachlich begründen könne.

Derart zerrüttet ist das Verhältnis zwischen KV und Krankenhäusern in Schleswig-Holstein nicht. Hier plant man jetzt einen gemeinsamen Weg, der bundesweit Schule machen könnte. Das Stichwort lautet „Portalpraxen“. Ein Konzept, dass die KVSH, Krankenhausgesellschaft (KGSH) und das Kieler Gesundheitsministerium gemeinsam ausgearbeitet haben, sieht vor, solche Praxen an allen Notfallambulanzen im Norden einzurichten. In ihnen soll dann „gefiltert“ werden, ob ein Patient tatsächlich einer Notfallbehandlung bedarf — oder er an einen Hausarzt verwiesen werden kann. 32 sogenannter Anlaufpraxen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die im Prinzip nichts anderes machen, existieren zwar schon jetzt in Schleswig-Holstein. Vom Gesetz her ist ihre Arbeit jedoch auf die Abend- und Nachtstunden beschränkt. Um Portalpraxen auch tagsüber öffnen zu können, bedürfe es nach Angaben von KVSH-Sprecher Marco Dethlefsen aber einer geringfügigen Änderung des Sozialgesetzbuches auf Bundesebene. Die steht bislang aber aus.

„Ich erwarte aber, dass auch auf Bundesebene die weitere Handlungsnotwendigkeit erkannt wird“, sagt die Kieler Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD). An der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Notfallversorgung könnten die Portalpraxen „ein wirkungsvolles Steuerungsinstrument sein, um eine gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen“, sagt Alheit. Schleswig-Holstein sei mit diesem Konzept anderen Bundesländern voraus.

Bernd Krämer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, sieht in den Portalpraxen ebenfalls den geeignetsten Weg, um dem Missbrauch der Notfallambulanzen einen Riegel vorzuschieben. Vollständig kostenneutral werde ihre Einrichtung wohl nicht gelingen. Da sie aber vor allem in den Kliniken für Entlastung sorgen würden, könnte der Bedarf an Personal vor allem durch Umschichtung gedeckt werden, glaubt Krämer.

Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass kein Patient in einer Portalpraxis begutachtet werden müssen, bei dem ein Notfall unstrittig ist. Wer mit einer akut bedrohlichen Verletzung oder Erkrankung komme oder eingeliefert werde, bekomme auch weiterhin sofort eine Notfallbehandlung.

Oliver Vogt

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