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Wirtschaft im Norden Post: Briefe nur noch an ausgewählten Tagen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Post: Briefe nur noch an ausgewählten Tagen
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20:10 02.09.2017
Bonn

Die Deutsche Post experimentiert damit, einigen Kunden Briefe nicht mehr jeden Werktag zuzustellen. Anfang Juli startete das Unternehmen unbemerkt von der Öffentlichkeit ein Pilotprojekt, das die bisherige Formen der Briefzustellung grundlegend verändern könnte. Ausgewählte Kunden können wählen, ob sie Briefe als Sammelzustellung an einem Wochentag, an drei Wochentagen oder an fünf Tagen, dann aber an den Arbeitsplatz, geliefert bekommen wollen.

„Wir testen neue Zustelloptionen, um Kundenbedürfnisse zu erforschen“, sagte ein Postsprecher auf Anfrage. Schon vor einem Jahr war das Unternehmen wegen angeblicher Pläne, die Montagszustellung zu streichen, in die Schlagzeilen geraten.

Die Post möchte herausfinden, ob die drei neuen Formen der Zustellung bei den Postkunden auf fruchtbaren Boden fallen. Dazu hätten 18 geschulte Briefträger in den vergangenen Wochen Kunden bundesweit angeworben, die bereit seien, in einer Testphase auf eine tägliche Zustellung zu verzichten und eine andere Form zu wählen, sagte der Sprecher. Ausgeschlossen sind dabei Einschreiben, der Versand von Dokumenten oder auch Eilbriefe, die sofort ausgetragen werden.

Die Dienstleistungswerkschaft Verdi reagierte mit Empörung. Sie befürchtet, dass sich die Deutsche Post, die gesetzlich zu einer flächendeckenden Grundversorgung verpflichtet ist, aus ihrer Pflicht Schritt für Schritt verabschieden wolle. „Bei uns brennt die Hütte“, zitierte der „Bonner Generalanzeiger“ die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. Sollte die Briefzustellung künftig seltener werden, könnten auch zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen. „Wenn die Deutsche Post Kunden anbietet, auf diese Dienstleistung verzichten zu wollen, untergräbt sie die Auflagen einer flächendeckenden Grundversorgung und sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt“, kritisiert die Gewerkschafterin.

LN

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