Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Post mit Kratzern in der Bilanz
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Post mit Kratzern in der Bilanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 09.03.2016
Anzeige
Troisdorf

Die Deutsche Post schaltet nach dem massiven Einbruch der Gewinne im vergangenen Jahr wieder um auf Wachstum und will die Ergebnisse sprudeln lassen. „Wir haben die Basis gelegt, um die Strategie 2020 zu erfüllen“, sagte Vorstandschef Frank Appel bei der Bilanzvorlage im DHL-Innovationszentrum in Troisdorf bei Bonn. 2015 sei ein Jahr des Übergangs gewesen.

Zwar verbuchte der Logistikriese einen kräftigen Gewinnrückgang. Doch die Einbußen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern um gut 18 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro sollen schon dieses Jahr wettgemacht und mindestens eine Milliarde Euro soll als operatives Ergebnis erzielt werden. Bis 2020 hat sich das Unternehmen ein Ergebnisplus von acht Prozent vorgenommen. Die Belastungen in der Frachtsparte beim Aufbau eines neuen IT-Systems, aber auch die Kosten von wochenlangen Streiks hatten den Konzern 2015 in die Bredouille gebracht. So korrigierte die Post bereits im Herbst ihre Gewinnprognose deutlich nach unten. Bereits im vierten Quartal kamen die Bonner wieder in Tritt.

Für die Postaktionäre bleibt alles wie bisher: Sie sollen für 2015 wie schon im Vorjahr mit einer Ausschüttung von 85 Cent je Aktie bedient werden. Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen, das weltweit fast eine halbe Million Menschen beschäftigt, ein Plus von 4,6 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro.

Unterdessen knüpft der Konzern in Europa sein Paketnetz immer dichter. Der Chef der Sparte Post, eCommerce, Paket (PeP), Jürgen Gerdes, kündigte den Einstieg in die Paketmärkte unter anderem in Finnland, Schweden, Norwegen, Litauen, Lettland und Estland an. Damit wäre die Post in dem boomenden Geschäftsfeld bereits in 16 europäischen Ländern aktiv. Die Bonner wollen bei der Zustellung auch mit Partnern vor Ort zusammenarbeiten. Inwieweit die Post ihre in Deutschland erfolgreichen Packstationen in weiteren Ländern aufbaut, wollte Gerdes noch nicht verraten. Bisher betreibt der Konzern in seinem Heimatland etwa 2750 Packstationen sowie weitere 150 verteilt auf Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich.

Von den Avancen des US-Onlineriesen Amazon, der auch in der Zustellung aktiv werden möchte, wollen sich die Post-Manager nicht verunsichern lassen. Amazon bleibe weiter ein Kunde der Post.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Krise bei Eon geht vor der Aufspaltung in neue und alte Energien ungebremst weiter.

09.03.2016

Christian Ulmen tritt gegen George Clooney an. Zumindest, wenn es um Kaffee geht.

09.03.2016

Am neuen Hauptstadtflughafen BER gerät der Zeitplan zur geplanten Eröffnung 2017 immer stärker unter Druck.

09.03.2016
Anzeige