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Wirtschaft im Norden Preise für Gebrauchtwagen gestiegen
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18:21 21.01.2017
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Berlin

Wer keine größere Summe auf seinem Festgeldkonto hat, keinen Kredit abstottern will und ein Auto braucht, besorgt sich oft einen Gebrauchten. Das ist erheblich billiger, aber die Interessenten stellen derzeit fest: Die Preise haben kräftig angezogen. Der jetzt vorgestellte DAT-Report belegt, dass das Angebot wächst, aber auch die Zahl der Suchenden. So haben Verkäufer derzeit gute Chancen, einen guten Preis zu erzielen. Der Trend verläuft parallel zu den Neuwagen, für die die Kunden ebenfalls mehr ausgeben.

„Die Leute wollen ein sparsames Auto, aber keine rollende Verzichtserklärung. Matthias Wissmann

VDA-Präsident

Die Marktbeobachter der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) geben einmal im Jahr einen Überblick über den deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Gemessen an der Zahl der Kaufverträge ist dieser doppelt so groß wie der Neuwagenmarkt: Im vergangenen Jahr standen 3,35 Millionen Neuwagen 7,4 Millionen Besitzerwechseln von Altfahrzeugen gegenüber.

Der Gesamtumsatz mit gebrauchten Pkw stieg nach der DAT-Studie im Vorjahresvergleich um neun Prozent auf 84,6 Milliarden Euro. Das lag zum großen Teil an den Preisen, die um knapp acht Prozent auf den Durchschnittswert von 11 430 Euro nach oben schnellten. Einen kleinen Beitrag lieferte die um ein Prozent gewachsene Zahl an Gebrauchtwagenkäufern. Diese ist seit 2010 fast in jedem Jahr gewachsen, bis 2016 um insgesamt eine Million. Im selben Zeitraum wuchs der Neuwagenmarkt nur um 400 000 Exemplare. Dass das Angebot an gebrauchten Autos dem Neuwagenmarkt folgt, ist logisch: In den meisten Fälle kaufen Privatkunden und Firmen neue Autos, um ältere zu ersetzen. Diese kommen dann auf den Markt für Gebrauchtwagen, sofern sie nicht schrottreif sind. Das zeigen auch die Antworten auf die Frage nach den Gründen für den Kauf eines fabrikneuen Autos. Von rund 1300 im DAT-Auftrag befragten Neuwagenkäufern gaben lediglich sechs Prozent an, vorher kein Fahrzeug besessen zu haben. Nur vier Prozent benötigten nach einem Unfallschaden ein neues Auto.

Für den Verband der Automobilindustrie (VDA) ist es ein gutes Zeichen, dass die Neuwagenkäufer 2016 bereit waren, im Schnitt gut 1000 Euro oder 3,7 Prozent mehr auszugeben als im Vorjahr, jetzt sind es 29 650 Euro. „Die Leute wollen ein sparsames Auto, aber keine rollende Verzichtserklärung“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Der Anteil der Privatleute bei den Neuzulassungen sei gestiegen – wenn auch nur leicht um 0,8 Punkte auf 35 Prozent – und auch die jährliche Strecke pro Auto. Zuverlässigkeit und Design seien den Autofahrern wichtiger als der Anschaffungspreis. Auffällig ist, dass der Privatmarkt für Gebrauchte seit 13 Jahren immer weiter schrumpft. Nach der DAT-Studie wird jetzt nur noch ein Drittel (32 Prozent) der Fahrzeuge von Privatperson an Privatperson verkauft. Es war einmal mehr als die Hälfte. „Das ist ein positives Signal für den Handel“, sagte dazu DAT-Sprecher Martin Endlein. „Die Händler verkaufen die besseren Autos.“

Die verschiedenen Kundengruppen blieben sich ziemlich treu: 67 Prozent der ehemaligen Neuwagenkäufer haben sich wieder für einen Neuwagen entschieden. 83 Prozent der ehemaligen Gebrauchtwagenkäufer sind erneut auf dem Gebrauchtwagenmarkt fündig geworden.

Bernd Röder

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