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Prokon sucht wieder Geldgeber

Itzehoe Prokon sucht wieder Geldgeber

Insolvenz der Windenergie-Firma hat Hunderte von Millionen Euro gekostet — Neustart als Genossenschaft.

Itzehoe. . Zwei Jahre nach der Insolvenz startet der Energieanbieter Prokon als Genossenschaft neu durch. Von August bis Dezember 2015 habe die Genossenschaft in Deutschland 39 Millionen Euro umgesetzt und einen Vorsteuergewinn von 1,6 Millionen Euro erzielt, teilte Prokon gestern mit. Für das laufende Jahr erwarte das Unternehmen einen Umsatz von 105 bis 115 Millionen Euro und ein positives Vorsteuerergebnis. Die neue Prokon ist in drei Geschäftsfeldern tätig: Dem Betrieb bestehender und der Projektierung neuer Windparks sowie dem Stromhandel.

Vor der Insolvenz hatten 75 000 Anleger 1,4 Milliarden Euro in Prokon investiert. Sie haben gut 40 Prozent ihres Einsatzes verloren, können aber auf künftige Ausschüttungen der Genossenschaft hoffen, sofern sie dabeigeblieben sind. Heute hat Prokon 38 000 Mitglieder, betreibt 55 kleinere Windparks mit 328 Windkraftwerken und beliefert 34 000 Endkunden mit Strom. Prokon sei damit die größte Energiegenossenschaft in Deutschland.

„Wir wollen in den nächsten drei bis fünf Jahren die Zahl unserer Mitglieder mehr als verdoppeln und 100 000 Genossen erreichen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Udo Wittler. Eine Genossenschaft kann nicht wie eine Aktiengesellschaft ihr Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien erhöhen, sondern gewinnt Kapital durch zusätzliche Mitglieder. Prokon will vor allem jüngere Anleger gewinnen, da die gegenwärtigen Mitglieder im Durchschnitt ziemlich alt sind.

Nach der Insolvenzphase hat die Genossenschaft im August 2015 ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. Die beiden Interimsvorstände Kai Peppmeier und Andreas Knaup sind nach dem Ablauf der Generalversammlung am Donnerstag aus ihren Ämtern ausgeschieden. Prokon wird nun von Henning von Stechow und Heiko Wuttke geführt. „Unsere Produktpipeline ist gut gefüllt“, sagte Wuttke. So sollen die Windenergie-Kapazitäten in Deutschland noch in diesem Jahr um 20 Prozent oder 100 Megawatt steigen. Bereits im Bau sei das bislang größte Prokon-Projekt, der Windpark Gagel in Sachsen-Anhalt mit 16 Windkraftanlagen und einer Leistung von 48 Megawatt.

Im Sommer gibt Prokon eine Anleihe über 500 Millionen Euro heraus, die mit 3,5 Prozent verzinst wird.

LN

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