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Wirtschaft im Norden Pure Mathematik
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18:23 23.09.2017

Statistik hat oft nichts mit Realität zu tun, ist aber unterhaltsam. So haben Fachleute ausgerechnet, dass der Dax unter einer SPD-Regierung nur um 1,7 Prozent im Jahr stieg und unter einer CDU-Regierung 11,3 Prozent. Das besagt eine Studie der Vermögensverwaltungen Source 4 Alpha und Capitell. Doch eigentlich ist das egal, denn wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten, sagte Kurt Tucholsky. Als gesichert dürfte hingegen gelten, dass wir langfristig alle tot sind. Schade eigentlich, denn in 100 Jahren steht der Dow Jones bei einer Million Punkte, meint Starinvestor Warren Buffet. Der Laie staunt und der Experte wundert sich. Was als Sensation daher kommt, ist pure Mathematik. Wenn man den US-Börsen unterstellt, sie steigen nur um vier Prozent im Jahr, würde der US-Leitindex im Jahr 2113 tatsächlich bei einer Million Punkte notieren.

Deutsche Aktien haben seit 1980 statistisch gesehen sieben Prozent jährlich geschafft. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, wäre 2081 die Millionenmarke geknackt. Was man sich dann für einen Dax kaufen kann, weiß niemand, bestimmt aber mehr als für einen Geldschein aus heutiger Zeit, sollte es dann den Euro überhaupt noch geben. Wer aber auf herkömmliche Art spart, wird zwar nominal nichts gewinnen und auch nichts verlieren, real aber arm dran sein. Kleines Beispiel? Wenn alles offiziell jedes Jahr zwei Prozent teurer wird, bleiben von 100 Euro heutiger Kaufkraft noch 13 Euro übrig – und bei drei Prozent sagenhafte 4,60 Euro. Reine Mathematik! Wahrscheinlich reichen 100 Euro dann nicht mal für eine Maß Bier zum Oktoberfest. Später werden unsere Urenkel über unseren heutigen Glauben an stabiles Geld staunen und sich erinnern, wie der Euro als Einheits-Währung startete, dann aber irgendwann nur noch zum Einheizen taugte.

LN

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