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Reeder setzen auf Hamburger Erfindung

Lübeck Reeder setzen auf Hamburger Erfindung

Der in Lübeck aufgewachsene Firmengründer Alexander Buchmann hat weltweit Erfolg mit seinem „Cloud Fleet Manager“ – Das System ist schon auf 750 Schiffen im Einsatz.

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Mit einem Mausklick haben Nutzer des „Cloud Fleet Manager“ alle wichtigen Daten eines Schiffes auf dem Computer.

Quelle: Fotos: Hanseaticsoft, Lutz Roeßler

Lübeck. Wo ist mein Schiff gerade unterwegs? Wie viel Treibstoff hat es verbraucht? Wann läuft es den nächsten Hafen an? Wer hat momentan Dienst an Bord? Wann steht die nächste Wartung an? Fragen über Fragen, die alle Reedereien ständig umtreiben. Alexander Buchmann hat mit dem „Cloud Fleet Manager“ das passende Computerprogramm für sie entwickelt. Mit seiner Hamburger Firma „Hanseaticsoft“ ist der Reinbeker mittlerweile sehr erfolgreich – seine Spezialsoftware ist auch bei Reedern in Dubai und Singapur gefragt. „Weltweit ist sie einzigartig“, sagt der 40-Jährige.

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Der in Lübeck aufgewachsene Firmengründer Alexander Buchmann hat weltweit Erfolg mit seinem „Cloud Fleet Manager“ – Das System ist schon auf 750 Schiffen im Einsatz.

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Bei mehr als 750 Schiffen ist sein System schon im Einsatz. Die meisten Reedereien hatten oder haben immer noch keine eigene Software, um ihre Arbeit einfacher zu machen. „Es war kaum ein Angebot auf dem Markt“, erklärt Buchmann. Der Alltag in den Büros und auf den Schiffen sehe so aus, dass immer noch viele E-Mails geschrieben und alte Excel-Listen genutzt werden. Die Pflege dieser Listen ist umständlich und zeitaufwendig.

Mit Hilfe des „Cloud Fleet Managers“ könne die Arbeit der Reedereien viel schneller und effizienter werden, sagt Buchmann. Seine Software ist cloud-basiert, das heißt, sowohl im Büro der Reederei als auch an Bord der Schiffe können die Beteiligten wichtige Daten in einen zentralen Server eingeben und für alle Nutzer gleich verfügbar machen. Der Kapitän eines Schiffes kann zum Beispiel einen Inspektionsbericht oder Informationen über den Treibstoffverbrauch in einen Laptop eingeben, und der Reedereimitarbeiter im Büro kann die Informationen sofort abrufen und weiterverwerten.

Wer auf dem „Cloud Fleet Manager“ ein bestimmtes Schiff anklickt, kann alle nötigen Informationen darüber abrufen, sehen, wer von der Crew gerade an Bord ist, wer im Urlaub ist und wie lange, wann der nächste Werftaufenthalt an der Reihe ist. Der „Fuel Consumption Report“ zeigt, wie viel Treibstoff das Schiff verbraucht. Außerdem gibt es allgemeine Informationen – eine Weltzeituhr, die aktuellen Währungskurse, Neuigkeiten aus dem Intranet. „Wichtig ist, dass alles leicht zu bedienen ist“, sagt der Entwickler, „wir können die Crew nicht mit komplizierten Prozessen nerven. Es muss übersichtlich sein.“ Die Software wird gemietet, ab 99 Euro pro Schiff und Monat aufwärts. Dafür verspricht Hanseaticsoft, sich um den Server und die Aktualisierung der Software zu kümmern.

Alexander Buchmann ist in Stuttgart geboren, aber 1978 im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern in den Norden gezogen – nach Travemünde. Sie waren Gastronomen, betrieben früher unter anderem das „Amadeus“ in der Königstraße. Schon als Kind hat Buchmann sich für Schiffe interessiert. In Lübeck ging er zunächst zur Ernestinenschule, später aufs Katharineum, wo er auch das Abitur machte. Danach studierte er Wirtschaftsinformatik in Wedel. Bereits als Student kümmerte sich Buchmann um die Computer auf Schiffen, er jobbte bei der Hansa Treuhand. Später arbeitete er als Entwickler für mehrere Firmen. „Als ich 2005 mein Diplom hatte, wurde ich von der NSC Schifffahrtsgesellschaft als IT-Leiter eingestellt“, erzählt er. Die Reederei wollte eine Datenbank aufbauen. „Es ging mir darum, etwas Eigenes zu entwickeln.“

Im Jahr 2009 machte er sich gemeinsam mit einem Partner selbstständig. Zuerst programmierten sie Software für eine Spedition. „Um das Geschäft zum Laufen zu bringen“, wie er heute sagt. Einer der ersten Kunden war wiederum NSC, sein früherer Arbeitgeber. Die ersten Jahre mit „Hanseaticsoft“ seien anstrengend gewesen, sagt der Firmengründer zurückblickend, doch vor etwa zwei Jahren sei es „richtig gut losgelaufen“. Heute hat seine Firma 30 Mitarbeiter, viele davon Studenten, ständig sucht er neue Informatiker.

Buchmann selbst ist häufig unterwegs, stellt seine Software bei Interessenten vor. Viel Werbung muss er nicht machen, sagt er, „wir wurden bisher immer weiterempfohlen“. In Singapur sei er begrüßt worden als „Chef einer Silicon-Valley-Firma für Reedereien, die aber nicht aus dem Silicon Valley kommt“ – ein Charakterisierung, die ihn gefreut hat.

„Es läuft sehr gut für uns“, sagt Buchmann. Bis zum Jahr 2018 will er die Software auf 2000 bis 2500 Schiffen im Einsatz haben – „wenn wir weiter so wachsen wie bisher“. Der erfolgreiche Unternehmer wohnt inzwischen mit seiner Familie in Reinbek, besucht aber häufig noch seine Eltern in Lübeck.

Christian Risch

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