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Reeder warnen: Piraten bleiben gefährlich wie ein Schwelbrand

Berlin/Hamburg Reeder warnen: Piraten bleiben gefährlich wie ein Schwelbrand

Weniger Angriffe am Horn von Afrika, mehr in Südostasien – Streit um Sicherheitskräfte.

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„Leider sind wir am Horn von Afrika weiterhin auf die abschreckende Wirkung privater Sicherheitskräfte an Bord angewiesen.“Ralf Nagel (Verband Deutscher Reeder)

Berlin/Hamburg. Zuerst die gute Nachricht: Die Zahl der Schiffsentführungen auf den Weltmeeren geht leicht zurück. Erstmals wurden 2015 im „Hochrisikogebiet“

am Horn von Afrika seit vielen Jahren keine Vorfälle mit Piraten registriert, teilte der Koordinator für die maritime Wirtschaft, Uwe Beckmeyer (SPD), in seiner Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion mit. Und nun die schlechte: Zuletzt jedoch sind Piratenangriffe vor der westafrikanischen Küste sowie in südostasiatischen Gewässern angestiegen. Zugleich gibt es in Deutschland Streit über die Zulassung von privaten Sicherheitsunternehmen an Bord von Schiffen.

Im Vorjahr wurden weltweit 246 Piratenvorfälle, darunter 15 Schiffsentführungen, gemeldet. Im Jahr 2014 waren es 245 Vorfälle und sogar 21 Entführungen. Auch ist die Anzahl der während der Überfälle beziehungsweise Entführungen festgehaltenen Besatzungsmitglieder von 442 auf 271 gesunken. Während die auch unter Beteiligung der deutschen Marine laufende Anti-Piraten-Mission „Atalanta“ vor der Küste von Somalia offenbar Wirkung zeigt – die letzte Piratenattacke auf ein Handelsschiff ereignete sich im Februar 2014 –, verlagern die modernen Freibeuter ihr Aktionsfeld. „Südostasien hat sich sowohl quantitativ als auch qualitativ als eindeutiger Brennpunkt für Piraterie etabliert“, erklärte Beckmeyer. Drei Viertel der Schiffsentführungen geschehen dort. Dabei handele es sich oft um Tanker, die gekapert würden, um die Ladung zu rauben. Oft wurden die Tankschiffe nur für wenige Tage entführt und dann wieder freigegeben. Ein Schwerpunkt ist etwa die Malakka-Straße zwischen Malaysia und Indonesien. Doch auch in den Gewässern vor Nigeria und im Nigerdelta ist das Risiko für Tankschiffe und deren Crews hoch.

Allerdings könnte die Ruhe vor Ostafrika trügerisch sein. Die Piratennetzwerke sind nicht verschwunden. Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder (VDR), warnte deshalb. „Die Bedrohung durch somalische Piraten gleicht einem Schwelbrand: Wenn wir unsere Schiffe nicht schützen, wird die Piraterie wieder aufflammen. Leider sind wir am Horn von Afrika – neben dem Schutz durch die Marine – weiterhin auf die abschreckende Wirkung privater Sicherheitskräfte an Bord angewiesen“, sagte er den LN.

Doch um die Zulassung privater Sicherheitsdienste für den Einsatz an Bord entbrannte jetzt Streit. Die schleswig-holsteinische Verkehrspolitikerin Valerie Wilms (Bündnis 90/Die Grünen) hält die deutschen Zulassungsregeln für zu kompliziert. Das schrecke Reeder eher ab. Auch gebe es bei den Zulassungsbestimmungen einen „europäischen Flickenteppich“. Einige EU-Länder – etwa die Niederlande, Polen, Portugal – verbieten den Einsatz privater bewaffneter Sicherheitskräfte völlig. Wilms fordert nun eine Nachbesserung des „enormen deutschen Regelungswerkes“ sowie „europaweit einheitliche Standards“ für Sicherheitskräfte an Bord. Nagel widersprach für den VDR jedoch: „Wir stehen hinter dem Zulassungsverfahren für private bewaffnete Sicherheitskräfte auf Schiffen unter deutscher Flagge, weil es ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Qualität der Anbieter gewährleistet.“

Reinhard Zweigler

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