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Reisende fordern mehr ICE-Züge

Lübeck Reisende fordern mehr ICE-Züge

Kaum Fernverkehrsangebote für Lübecker – Politiker wollen sich für eine Verbesserung einsetzen.

Lübeck. . Es ist 16.09 Uhr. Mit vierminütiger Verspätung fährt der ICE 37 aus Hamburg im Lübecker Hauptbahnhof ein. Fahrgäste steigen ein, doch Aussteigende sucht man zunächst vergeblich. Und das hat einen Grund: Dieser ICE darf – wie viele andere – nicht von Reisenden zwischen Hamburg und Lübeck genutzt werden. Die Deutsche Bahn begründet das Nutzungsverbot auf der Strecke mit Kapazitätsproblemen.

Bevor der Zug weiter Richtung Kopenhagen fährt, kommen doch noch drei Männer heraus. Einer von ihnen ist Jochen Ziemann. Warum er trotz „Verbots“ mit dem ICE gefahren ist? Der 50-Jährige greift in seine Jackentasche und holt eine schwarz-grüne Karte heraus – die Bahncard 100. „Das ist der Trick“, sagt er und grinst. „Damit komme ich in fast alle Züge rein.“

Das würde sich Marjan Askari auch wünschen. Die Lübeckerin fährt jedes Wochenende im Regionalexpress nach Hamburg, um ihren Freund zu besuchen. „Ich würde lieber den ICE nehmen“, sagt sie. „Denn der ist deutlich schneller.“ Die 20-Jährige ist genervt, dass es nur so wenige Fernverkehrsverbindungen ab Lübeck gibt und dass sie die vorhandenen noch nicht mal nutzen darf. „Das ist doch eine Strecke, die von vielen Menschen zurückgelegt wird, zwischen zwei großen Städten“, sagt die zahnmedizinische Fachangestellte. „Da erwartet man doch, schnellstmöglich anzukommen.“

Auch Marcel Czoske würde sich über mehr Fernverkehrsverbindungen ab Lübeck freuen. Der 18-Jährige ist dualer Student bei Dräger und reist an den Wochenenden öfter mal in seine Heimatstadt Paderborn.

Fünf Stunden ist er für die Tour unterwegs, zweimal muss er umsteigen. „Vor allem das Umsteigen in Hamburg ist lästig“, sagt er.

Politiker von SPD, FDP und den Piraten wollen sich dafür einsetzen, dass künftig alle Reisenden die vorhandenen ICE-Verbindungen nutzen dürfen. Auch die CDU fordert Verbesserungen für Bahnfahrer.

„Die jetzige Regelung ist überhaupt nicht nachvollziehbar“, sagt Kai Vogel (SPD). Wer bereit sei, den notwendigen Zuschlag zu zahlen, der „sollte selbstverständlich dann auch den in Lübeck haltenden Fernverkehrszug benutzen dürfen“. Es sei doch niemandem zu vermitteln, „warum da ein Zug steht, Leute einsteigen, aber niemand aussteigen darf“, sagt Uli König von den Piraten. Die Züge müssten für alle freigegeben werden, „denn sie stellen eine attraktive Verbindung als Ergänzung zu den Regionalbahnen dar“.

Andreas Tietze (Grüne) plädiert dafür zu prüfen, „mehr Fernzüge in Lübeck statt in Hamburg enden zu lassen“. Eine weitere Möglichkeit könnte seiner Ansicht nach sein, Fahrgästen mit einer Fernverkehrsfahrkarte die Benutzung der 1. Klasse in den Regionalzügen zu erlauben, um ihnen einen angenehmen Komfort zu bieten.

Janina Dietrich

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