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Wirtschaft im Norden Rekord-Kartellstrafe für Google
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Rekord-Kartellstrafe für Google
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21:16 27.06.2017
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Brüssel

. Die EU-Kommission belegt Google mit einer Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Milliarden Euro wegen seiner Produkt-Anzeigen in Suchergebnissen. Die Entscheidung könnte der Ausgangspunkt für ein härteres Vorgehen gegen Google in weiteren Bereichen sein, machte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager deutlich.

Der Internet-Konzern habe seine dominierende Position zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht, sagte Vestager in Brüssel. Google hat nun 90 Tage Zeit für Änderungen – ansonsten drohen weitere Strafen von bis zu fünf Prozent vom Tagesumsatz des Mutterkonzerns Alphabet. Das wären nach Zahlen von 2016 immerhin 12,3 Millionen Dollar – aktuell rund elf Millionen Euro – täglich.

In der Shopping-Suche von Google werden prominent die von Händlern beim Internet-Konzern platzierten ausführlichen Anzeigen mit Fotos, Preisen und Links präsentiert. Diese Anzeigen können auch bei einer ganz normalen Google-Suche über den restlichen Treffern eingeblendet werden. Diese Platzwahl betrachten die EU-Kommission und einige Preissuchmaschinen als widerrechtliche Bevorzugung eigener Google-Dienste. Treffer mit Produktvergleichen der Konkurrenz kämen erst viel später, wo sie seltener angeklickt würden. Der US-Konzern habe „seinen eigenen Preisvergleichsdienst in seinen Suchergebnissen ganz oben platziert und Vergleichsdienste der Konkurrenz herabgestuft“, sagte Vestager. Die Entscheidung der Kommission eröffnet auch den Weg für Wettbewerber, Schadenersatz-Ansprüche gegen Google vor Gericht geltend zu machen. Sie begrüßten Vestagers Vorgehen.

Die Auswirkungen für Google können weit über die Shopping-Suche hinausgehen. „Die heutige Entscheidung ist ein Präzendenzfall“, betonte Vestager. Andere Dienste des Konzerns würden künftig auf dieser Basis unter die Lupe genommen.

LN

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