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Wirtschaft im Norden Rekordjahr für Deutschlands Exportwirtschaft
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14:18 10.02.2016
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Frankfurt am Main

Deutschlands Exporteure legen trotz aller Krisen das zweite Rekordjahr in Folge hin. „Made in Germany“ ist gefragt, Waren für 1195,8 Milliarden Euro gingen 2015 ins Ausland. Doch die Aussichten trüben sich ein, die Sorge um die Weltwirtschaft wächst. Börsenkurse rauschen in den Keller. Investoren fürchten vor allem, dem Megamarkt China könnte die Puste ausgehen. Das würde die globale Konjunktur bremsen und auch die Exportnation Deutschland hart treffen. Und das sind nicht die einzigen Sorgen.

Erste Bremsspuren zeigten sich zum Jahresende 2015. Das Exportwachstum verlangsamte sich. Dennoch ist der Branchenverband BGA zuversichtlich. „So gehen wir trotz aller Unsicherheiten davon aus, dass die deutschen Exporte 2016 um 4,5 Prozent und Importe um vier Prozent steigen werden“, sagt BGA-Präsident Anton Börner. Vorausgesetzt, die Rohstoffpreise sowie der Eurokurs blieben weiterhin niedrig.

Von den Rekordzahlen 2015 dürfe man sich nicht zu sehr blenden lassen, mahnt der BGA-Präsident: „Sie geben ein geschöntes Bild der Realität wieder.“ Mit ihrer Geldflut halte die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro künstlich billig. „Und Krisenherde gibt es nach wie vor genug“, konstatiert Börner. Die Schwäche Chinas und anderer Schwellenländer schlägt zunehmend auf den Welthandel durch. Nach Schätzungen der Welthandelsorganisation WTO nahm der globale Handel 2015 im vierten Jahr in Folge um weniger als drei Prozent zu, was von Experten als Warnzeichen gesehen wird.

Das bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren, zum Beispiel die exportorientierten Maschinen- und Anlagenbauer. Für die mittelständische Schlüsselindustrie ist China nach den USA der zweitwichtigste Auslandsmarkt. Der Branchenverband VDMA geht davon aus, dass die Ausfuhren in das Riesenreich im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf gut 16 Milliarden Euro gesunken sind.

Der zuletzt wieder etwas stärkere Euro bereitet den Exporteuren ebenfalls keine Freude. Im vergangenen Jahr wurde die Nachfrage auch durch die Schwäche der Gemeinschaftswährung beflügelt — Produkte „Made in Germany“ werden so auf dem Weltmarkt günstiger. Der nun wieder stärkere Euro mache den Exporteuren zusammen mit der schwächeren Weltwirtschaft das Leben derzeit schwerer als noch in der ersten Hälfte 2015, erklärt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Doch es gibt auch Hoffnung: So macht der niedrige Ölpreis die Produktion billiger. Und der Iran ist nach dem Ende der Sanktionen zurück auf dem Weltmarkt und hat Nachholbedarf. Deutsche Exportunternehmen hoffen auf Milliardengeschäfte.

LN

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