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„Rennpappe“ feiert Geburtstag

Zwickau „Rennpappe“ feiert Geburtstag

Zumindest an der Wiege des Trabants in Zwickau rollt hin und wieder eine „Pappe“ durch die Straßen. Der kleine Stinker ist zwar nicht mehr massenkompatibel, doch das DDR-Symbol hat noch immer eine treue Fangemeinde – weltweit. Zu ihr gehört auch Frank Hofmann.

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Kultauto nicht nur im Osten: der Trabant.

Zwickau. Sobald er den Zündschlüssel herumdreht, ist die Erinnerung wieder da. Das vertraute Knattern und der typische Abgasgeruch des Benzingemischs können nur zu einem gehören. Auch 60 Jahre, nachdem am 7. November 1957 mit dem „P 50“ in Zwickau die erste „Pappe“ vom Band lief, fasziniert das Auto mit dem Kulleraugen-Gesicht. „Der Trabi hebt sich ab“, sagt der Trabant- Fan, der einen baligelben P 601 fährt.

Er teilt seine Leidenschaft mit anderen treuen Anhängern des Trabants, von dem bis 1991 rund drei Millionen Stück gebaut wurden. Der Zwickauer ist Inhaber eines Onlineversandhandels für Ersatzteile.

„Der Trabant ist das Gegenteil unserer technisierten Welt“, schwärmt er. Es genügten wenige Kenntnisse, um das Kultauto selbst zu reparieren, weil es technisch einfach aufgebaut sei. Genau das war die Vorgabe des DDR-Ministerrats aus dem Jahr 1954: Robust, sparsam und preiswert sollte der Kleinwagen sein. Weil Blech in der DDR Mangelware war, entwickelten Konstrukteure die berühmte Kunststoff-Karosserie aus Duroplast.

Das Interesse an dem Kultauto reiche über Deutschland hinaus, sagt Frank Hofmann. Seine Päckchen gingen nach England, Belgien, Russland, Australien und in die USA. Einen Bremszylinder habe er mal nach Namibia verschickt.

Der Zweitakter gilt als Symbol für Sozialismus und Planwirtschaft. Schon kurz nach seiner Erfindung trat die Staatsführung bei der Weiterentwicklung auf die Bremse. Für Hofmann zahlt sich der fehlende technologische Fortschritt aus, die meisten Bauteile seien deckungsgleich, so der Mittvierziger. Die Lieferzeit hingegen habe sich verändert, meint er augenzwinkernd: Während DDR-Bürger im Durchschnitt zwölf Jahre auf ihren Trabant warten mussten, hat der Trabi-Fan von heute sein Ersatzteil bereits am nächsten Tag.

Mit aktuell rund 34 500 zugelassenen „Rennpappen“ in ganz Deutschland sei der Trabi nicht nur ein Ost-Ding, sagt Wolfgang Kießling. Er ist Vorsitzender des Internationalen Trabant-Registers. Der Verein hält alle Markenrechte am Trabant und betrieb bis vor wenigen Tagen eine mobile Trabi-Ausstellung. Diese muss nun aus Kostengründen vorerst im Depot des Zwickauer August-Horch-Museums unterkommen.

Hier, an der Wiege des Trabant, laufen die letzten Vorbereitungen für seinen großen Auftritt: Das Museum wurde erweitert und eröffnet am 10. November eine neue Dauerausstellung. Drei Viertel der zusätzlichen Fläche gehören in Zukunft dem Trabant, sagt Museumssprecherin Annett Kannhäuser.

Der allererste Trabi wird nicht zu sehen sein, dafür die Nummer 57 aus der Nullserie mit 150 Wagen. Sie rollte direkt vom Band ins Museum – denn die Geschichte des Kultautos wird nun dort erzählt, wo der Trabi vor 60 Jahren im Werk II des VEB Sachsenring losknatterte.

LN

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