Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Rettungsversuch: Land will neue Milliarden in die HSH pumpen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Rettungsversuch: Land will neue Milliarden in die HSH pumpen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 25.10.2012
Anzeige
Schleswig-Holstein

Hamburg und Schleswig-Holstein planen eine weitere Milliarden-Unterstützung für die kriselnde HSH Nordbank. Das erfuhren die LN aus Regierungskreisen in Kiel. Demnach soll die Garantie der beiden Eigentümerländer für ihre Bank von sieben auf zehn Milliarden Euro ausgeweitet werden. Das soll angesichts drohender Verluste ein Absinken der Eigenkapitalquote und eine Herabstufung der HSH durch die Ratingagentur Moody’s verhindern.

Über die neue Rettungsmaßnahme herrsche zwischen Finanzministerin Monika Heinold (Kiel, Grüne) und Finanzsenator Peter Tschentscher (Hamburg, SPD) Einigkeit, heißt es. Man wartet offenbar nur noch auf einen Antrag des Vorstands. HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper sprach sich gestern nach einer Sitzung bereits für die Erhöhung des Garantierahmens aus. So könne sich die schwierige Lage der Bank beruhigen.

Verluste drohen der HSH ausweislich ihrer Bilanzen vor allem aus dem Schifffahrtsgeschäft. Die Branche steckt weltweit in der Krise, viele Reeder bekommen Probleme, ihre Kredite zu bedienen. Wegen der strengen Basel III-Regeln muss auch die HSH entsprechend höhere Vorsorge für mögliche Ausfälle treffen. Das aber würde ihre mit gerade eben zehn Prozent ohnehin nur knapp ausreichende Eigenkapitalquote drücken – und die Ratingagenturen stark beunruhigen. Stufen sie die Bank herab, könnten Anleger womöglich ihre Einlagen abziehen, die Bank Liquiditätsprobleme bekommen. Eine Abwärtsspirale käme in Gang.

Weiten die Länder ihre Garantie jetzt wieder auf die 2009 ursprünglich einmal gewährten zehn Milliarden Euro aus, würde das den Druck zur Risikovorsorge und auf die Eigenkapitalquote entsprechend mindern. Dass die Garantiesumme von der HSH überhaupt gesenkt worden war (sie spart dadurch pro Jahr 120 Millionen Euro Gebühren an die Länder) wird von der Politik jetzt offenbar als voreilig bewertet. Jetzt soll vor allem auch das Signal an die Ratingagenturen ausgesendet werden, dass die Länder weiter zur HSH stehen.

Das kommt nicht von ungefähr. Schleswig-Holstein und Hamburg haben im Zuge der Finanzkrise auch mehrere Milliarden Euro direkt in die Bank gepumpt. Aus alten Landesbankzeiten tragen sie zudem noch die Gewährträgerhaftung für Geschäfte im Umfang von 32 Milliarden Euro. Diese Summe wird bis 2015 auf drei Milliarden Euro sinken – und damit auch das Risiko, dass die Länderhaushalte bei einem Verkauf der Bank oder bei Eintritt des düstersten Szenarios, einer Abwicklung, allzu stark belastet werden. Die EU dürfte jetzt allerdings ein neues Beihilfe- Verfahren einleiten, um zu prüfen, ob der Staat die Bank wettbewerbsverzerrend unterstützt.

Der Finanzausschuss des Landtags wird sich noch heute mit der Lage der HSH befassen. CDU und FDP mahnen ein „geordnetes Verfahren“ an. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki erklärte bereits, die Garantie-Erhöhung löse die Probleme der HSH nicht.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Düsseldorf/Lübeck - Der Branchenverband VDI warnt: Der Bedarf ist weit höher als das Angebot. Engpässe auch im Norden.

25.10.2012

Zur Unterstützung der angeschlagenen HSH Nordbank sind Schleswig-Holstein und Hamburg offenkundig bereit, ihre Garantien wieder von sieben auf zehn Milliarden Euro aufzustocken.

26.10.2012

Zur Unterstützung der HSH Nordbank sind Schleswig-Holstein und Hamburg offenkundig bereit, ihre Garantien wieder von sieben auf zehn Milliarden Euro aufzustocken.

26.10.2012
Anzeige