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Rewe steigt noch stärker bei Sky ein

Kiel Rewe steigt noch stärker bei Sky ein

Die Coop eG in Kiel steht vor großen Veränderungen: Die Folgen für die Supermärkte im Norden sind ungewiss.

Kiel/Köln. Die Kieler Genossenschaft Coop, die die Sky-Märkte betreibt, will noch enger mit dem Einzelhandelsriesen Rewe zusammenarbeiten. Dabei soll offenbar das gesamte operative Geschäft von Coop in eine gemeinsame Gesellschaft übergehen, an der Rewe die Mehrheit bekommen wird. Die Gewerkschaft Verdi ist alarmiert.

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Die Coop eG in Kiel steht vor großen Veränderungen: Die Folgen für die Supermärkte im Norden sind ungewiss.

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In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Einzelhandelsunternehmen ist von einer „dauerhaften strategischen Partnerschaft“ zwischen der Coop eG Kiel und Rewe die Rede. Über die neue Gesellschaft sollen künftig die Belieferung und der Vertrieb des kompletten Lebensmitteleinzelhandelsnetzes der Coop erfolgen. „Für ein mittelständisches Unternehmen wie die Coop sind dauerhafte strategische Partnerschaften unabdingbar zur nachhaltigen Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit und nicht zuletzt zur Sicherung von Arbeitsplätzen“, heißt es in der Erklärung.

Was das genau für die Mitarbeiter und die knapp 200 Sky-Märkte in Norddeutschland bedeutet, blieb unklar. An manchen Orten liegen Sky und Rewe mit seinem Discounter Penny in direkter Nachbarschaft.

Nachfragen wurden gestern weder von Coop noch von Rewe beantwortet. Die Unternehmen wiesen darauf hin, dass das geplante Joint Venture noch von den Unternehmensgremien sowie vom Bundeskartellamt genehmigt werden müsse.

Nach einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ soll der jetzige stärkere Einstieg von Rewe auf Drängen der Banken erfolgen. Der Aufsichtsrat habe am Dienstagabend über die Pläne beraten. Die Zeitung berichtet weiter, dass sich die finanzielle Lage bei Coop stark verschlechtert habe. Von hohen Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe im vergangenen Geschäftsjahr ist die Rede.

„Die Situation ist verworren“, bekennt Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky. „Wir sind in Sorge um die Arbeitsplätze und fordern Transparenz und Sicherheit für die Arbeitnehmer.“ Der Geschäftsbericht 2014 weist rund 5000 Mitarbeiter aus. Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Frank Nägele (SPD) sieht die angekündigte Zusammenarbeit mit großer Sorge. Durch die zunehmende Marktmacht der großen Einzelhandelsketten im Lebensmittelbereich könnten den Lieferanten zunehmend die Preise diktiert werden. Deshalb wollen die Staatssekretäre der SPD-geführten Wirtschaftsressorts in diesem Sommer darüber beraten, wie wieder mehr Wettbewerb zugunsten der Verbraucher erreicht werden kann.

Schon seit dem Jahr 2007 sind Coop und Rewe verbunden. Nach dem noch bis zum Jahresende laufenden Vertrag halten die Kölner eine stille Beteiligung in zweistelliger Millionenhöhe. Zugleich kooperieren die beiden Unternehmen beim Waren-Einkauf. So soll die Genossenschaft bereits zwei Drittel des Warenvolumens, darunter Frischeartikel wie Obst und Fleisch, über Rewe beschaffen.

Branchenkenner halten die Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen Coop und Rewe für eine gute Idee. Denn die Genossenschaft hatte zwischenzeitlich schon nach einer Alternative gesucht – ohne Erfolg.

„Es gibt außer Rewe eigentlich keine vernünftige Alternative für Coop“, sagte ein Handelsmanager der „Lebensmittelzeitung“.

Ranking im Lebensmittelhandel

In Deutschland gibt es fünf große Lebensmittel-Einzelhandelsgesellschaften: Ganz vorn steht die Edeka-Gruppe, gefolgt von Rewe (mit dem Discounter Penny), der Schwarz-Gruppe mit Lidl/Kaufland, Aldi und der Metro- Gruppe mit der Vertriebsschiene Real. Dahinter folgen nach Auskunft des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) kleinere Unternehmen, die regional tätig sind. Dazu gehört auch die Coop eG, Deutschlands größte Konsumgenossenschaft im Lebensmitteleinzelhandel mit Sitz in Kiel, mit ihren knapp 200 Supermärkten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Niedersachsens.

Julia Paulat

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