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Wirtschaft im Norden Roboter verstärken Aida-Crew
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22:16 16.12.2015
Eva-Marina Schelensky und Jürgen Malieske machen an Bord von „Aidastella“ den Praxistest mit dem Roboter „Pepper“.

Die Aida-Crew bekommt Verstärkung: In Zukunft werden humanoide Roboter den Service an Bord der Kreuzfahrtschiffe verbessern. Die Costa-Gruppe hat dafür eine Vereinbarung mit dem französischen Roboter-Hersteller „Aldebaran“ unterzeichnet. Für „Pepper“ — so der Name der Marke — zahlt die Reederei mehrere Millionen Euro. Eine präzise Summe wollte das Unternehmen nicht nennen.

„Aida ist dabei, die Grundlagen für den digitalen Wandel zu legen“, sagt Sprecher Hansjörg Kunze. Wie in allen Lebensbereichen würde auch in der Kreuzfahrtbranche die Digitalisierung voranschreiten.

„Wir sind die erste Reederei, die derartige Roboter auf einem Kreuzfahrtschiff testet“, betont Kunze. Der Konzern würde damit seine Innovationsfähigkeit zeigen.

„Pepper“ ist weltweit der erste Roboter, der die wichtigsten menschlichen Emotionen lesen kann. Eine 3-D-Kamera ermöglicht es ihm, Personen, deren Bewegungen sowie Mimik und Gestik zu erkennen. Die Passagiere können auf diese Weise mit dem elektronischen Crewmitglied interagieren. „Wir können uns verschiedene Einsatzbereiche vorstellen“, meint Kunze. So helfe der Roboter Gästen beim Einchecken an den Terminals. Für Erstfahrer sei er auch eine Hilfe bei der Orientierung an Bord. So soll „Pepper“ Fragen zum Tagesprogramm beantworten und Ausflugstipps geben sowie Spa- Termine und Tische in den Restaurants des Schiffes reservieren können. Dafür soll die Maschine, die sich auf drei Laufrädern in alle Richtungen fortbewegt, mehrere Sprachen lernen — unter anderem Englisch, Deutsch und Italienisch. „Er wird zu Beginn nicht sofort alles verstehen. Auch „Pepper“ muss erst dazulernen“, sagt Kunze. Ein Touchscreen, den der Roboter stets mit sich führt, soll bei Kommunikationsproblemen als Eingabealternative dienen.

„Ich bin mir sicher, unsere Gäste werden ,Pepper‘ lieben", sagt Michael Thamm, CEO der Costa- Gruppe. Im Frühjahr sollen die ersten Exemplare auf der „Aidaprima“ ihren Dienst aufnehmen. Bei Testdurchgängen auf der „Aidastella“ hat der Roboter bereits seine Seetauglichkeit bewiesen. Trotz aller Bewegungen und Vibrationen, die bei Wind und Wellen an Bord auftreten, sei „Pepper“ problemlos unterwegs, berichtet Kunze. Bis Sommer 2016 sollen mehrere der in Japan produzierten Roboter pro Schiff anheuern. An den Platz der menschlichen Crewmitglieder rücken sie aber nicht. „Er wird den Menschen nicht ersetzen, nur ergänzen“, stellt Kunze klar.

Auch in anderen Branchen stehen Roboter bereits als nützliche Helfer zur Seite. Am Düsseldorfer Flughafen parkt der Automat „Ray“ Fahrzeuge ein. Dafür misst er die Größe der Wagen und sucht passende Stellplätze. Das Parkhaus soll so effizienter genutzt werden. Am niederländischen Flughafen Schiphol hat die Fluggesellschaft KLM in den vergangenen Wochen den Roboter „Spencer“ getestet. Auf dem viertgrößten Airport Europas hilft er Passagieren, nach der Landung rechtzeitig zum Anschlussflug zu gelangen. Mit Hilfe von Sensoren und einem Laser-Abstandsmesser bewegt er sich durch die Abfertigungshallen.

In Japan werden seit dem Frühjahr vermehrt Roboter in Altersheimen eingesetzt. Grund: Den Einrichtungen fehlen dort die notwendigen Arbeitskräfte.

Humanoide Roboter
Das Unternehmen Aldebaran wurde 2005 gegründet, beschäftigt 450 Mitarbeiter und ist eine Tochterfirma der japanischen SoftBank Group. Der Hauptsitz befindet sich in Frankreich.
Niederlassungen gibt es in China, Japan und den USA. Aldebaran ist der weltweit führende Hersteller von humanoiden Robotern. Sie kommen in mehr als 70 Ländern in unterschiedlichen Anwendungsgebieten zum Einsatz, beispielsweise in Forschung, Bildung, Handel, Pflege, Tourismus oder im Unterhaltungsbereich.

Daniel Heidmann

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