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SLM: Große Ziele mit den 3-D-Druckern aus Lübeck

Lübeck SLM: Große Ziele mit den 3-D-Druckern aus Lübeck

Hauptversammlung in den Media Docks: Umsatz soll bis 2020 vervielfacht werden.

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Mit einer Messbrücke überprüft Peter Rath (48) den Bauraum der neuen SLM 500, im Hintergrund Faissal Rodaky (25) und Kevin Neuenfels (25) in der Montagehalle von SLM Solutions in Lübeck. Die SLM 500 ist das Flaggschiff unter den 3-D-Druckern und kostet über eine Million Euro.

Lübeck. Wenn auch kritische Aktionärsschützer Beifall spenden, dann hat ein Unternehmen viel richtig gemacht. Und so war die zweite Hauptversammlung der Lübecker SLM Solutions GmbH gestern in den Lübecker Media Docks auch eine ausgesprochen harmonische Veranstaltung. Kein Wunder, denn die Zahlen, die Finanzvorstand Uwe Bögershausen den 300 Aktionären und Gästen fürs Geschäftsjahr 2015 präsentierte, sind beeindruckend. Mit 66 Millionen Euro hat der Hersteller moderner 3-D- Druckmaschinen den Umsatz fast verdoppelt, der Überschuss ist um 61 Prozent auf 2,2 Millionen Euro, der Auftragseingang um 67 Prozent auf 102 Maschinen gewachsen. SLM hat jetzt 280 Mitarbeiter, die meisten davon in Lübeck. Seit März dieses Jahres ist das Unternehmen an der Börse im Tec-Dax der wichtigsten Technologiewerte gelistet, seitdem hat der Aktienkurs einen Sprung gemacht.

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Hauptversammlung in den Media Docks: Umsatz soll bis 2020 vervielfacht werden.

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„Wir freuen uns sehr über diese Geschäftsentwicklung“, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Rechlin und bezeichnete das Ergebnis als „Gemeinschaftswerk von Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Aktionären“. Es sei die Erfolgsgeschichte eines Technologie-Pioniers. „Wir sind ein Technologieführer aus Lübeck und weltweit die Einzigen, die Multilasermaschinen anbieten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Rechlin. 166 Kunden hat das Unternehmen mittlerweile, darunter so namhafte wie General Electric (GE), Airbus, Siemens, Audi und BMW. Die Luftfahrt- und Autoindustrie und die Energiebranche sind die Hauptabnehmer der 3-D-Drucker. „Wir profitieren auch künftig vom Wachstum unserer Kunden. Darin sehen wir große Chancen“, so Rechlin.

Mit der SLM 500, dem Flaggschiff, lassen sich etwa Formel-1-Getriebe oder Teile für Flugzeugtriebwerke fertigen. 2015 machte das Unternehmen 36 Prozent seines Geschäftes in Nordamerika, aber auch in Singapur, Shanghai und Moskau hat SLM eigene Büros eröffnet und erwartet gute Marktchancen. Dieses Jahr will SLM 85 bis 90 Millionen Euro Umsatz machen, für 2020 peilt das Unternehmen sogar 500 Millionen Euro Umsatz an. „Das erscheint sehr ambitioniert“, sagte Rechlin, „aber wir wollen unseren Technologievorsprung behalten und ausbauen.“ Um das Ziel zu erreichen, wolle man die Umsätze mit dem Metallpulver, dem Rohstoff für 3-D- Druck, und mit Software und Zubehör erhöhen sowie Service, Training und Beratung ausbauen. Dieses Gesamtpaket sei der „Schlüssel zum Wachstum“.

Die Aufnahme in den Tec-Dax sei ein „wichtiger Meilenstein“, befand André Sosat von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). „Glückwunsch an den Vorstand und die Mitarbeiter! Sie können stolz sein“, sagte er. „Ich freue mich ebenfalls sehr. Sie haben Wort gehalten“, erklärte Peter Tschirner von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Beide Aktionärsvertreter hatten nur wenige kritische Anmerkungen. Auf die Frage, wann SLM denn eine Dividende zahle, sagte Finanzvorstand Bögershausen, Kapital aufzunehmen und gleich auszuschütten, halte man nicht für sinnvoll.

„Als junges Wachstumsunternehmen werden wir diesen berechtigten Anspruch der Aktionäre aber regelmäßig prüfen und abwägen.“

Großinvestition in Genin

Auf 69000 Quadratmetern will SLM Solutions an der Baltischen Allee in Lübeck-Genin bis 2018 einen neuen Firmensitz bauen, weil die Räume in der Roggenhorster Straße für die Expansion zu klein werden – eine Investition im zweistelligen Millionenbereich. „Mein Herz hängt an Lübeck“, sagte Unternehmensgründer Hans-Joachim Ihde beim Kauf im Januar dieses Jahres.

Ein Holstentor aus Aluminium, gefertigt im 3-D-Drucker, zeigt SLM Solutions auf Fachmessen als Demonstrationsobjekt. „Es soll unseren Bezug zu Lübeck zeigen und die Technologie abbilden“, sagt SLM-Marketingchef Stefan Ritt. SLM ist pro Jahr auf über 100 Messen und Präsentationen weltweit.

Christian Risch

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