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Wirtschaft im Norden Saxe zur X-Trasse: Wir wollen den Güterverkehr nicht vor der Haustür
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Saxe zur X-Trasse: Wir wollen den Güterverkehr nicht vor der Haustür
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21:15 12.09.2013

In der Diskussion um einen Schienenausbau im Hinterland des Fehmarnbelttunnels über Sereetz und Dänischburg meldet sich jetzt der Lübecker Bürgermeister zu Wort. „Die Ostseebäder können uns den Güterverkehr nicht einfach vor die Tür kippen“, protestiert Bernd Saxe (SPD). Er warnt eindringlich vor einem „Schwarze-Peter-Spiel“. Es wäre vernünftiger, „dass sich alle Beteiligten einmal an einen Tisch setzen, um gemeinsam nach einer vernünftigen Lösung zu suchen“.

Bis zum Jahresende läuft das Raumordnungsverfahren, das die verträglichste Trasse für Mensch und Natur herausfiltern soll. Mit Fertigstellung des Belttunnels will die Deutsche Bahn täglich 76 Güterzüge über die heute noch güterzugfreie Strecke Richtung Puttgarden schicken. Die diskutierte X-Trasse, einer von zig Vorschlägen, würde Bad Schwartau und Ratekau zwar weiträumig umfahren. Leidtragende wären aber Anlieger in Sereetz und Dänischburg.

Auch die alteingesessene Bürgerinitiative „Ratekau wehrt sich“ (knapp 2100 Mitglieder) bezieht Stellung. „Die Dänischburger haben endlich die Chance zu lesen, was mit ihrem Lebensumfeld geplant ist“, reagiert Initiativen-Sprecherin Kerstin Fischer auf den jüngsten LN- Bericht. Man dürfe gespannt sein, ob diese Menschen in dem „jetzt schon lärmgeplagten Lübecker Stadtteil“ auf einer Infoveranstaltung am 16. September (19 Uhr) in der Schwartauer Krummlandhalle ihre Sicht darlegten.

Zu der Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten lädt eine andere örtliche Bürgerinitiative ein, die unter dem Motto „Ja zur X-Trasse“ eine Ablehnung sämtlicher Trassen für falsch hält. Beide Ratekauer Bündnisse sind sich nicht grün. „Im Gegenteil zu denjenigen, die es sich leicht machen und die Güterzugstrasse einfach anderen Menschen vor die Tür schieben, arbeiten wird sehr hart dafür, die Unsinnigkeit des Gesamtprojekts herauszustellen“, sagt Fischer. Als „Totalverweigerin“ möchte sie sich deshalb nicht titulieren lassen.

Den größten Widerstand gegen die X-Trasse erwartet die Sprecherin von „Ratekau wehrt sich“ aus Sereetz. Allerdings stehe dort am 16. September die Wahl des Dorfvorstands an. „Ist es wirklich nur Zufall, dass sich die Termine überschneiden?“, fragt Fischer.

Die Stadt Bad Schwartau präferiert die X-Trasse. „Der Mensch hat Vorrang vor der Natur“, sagt Bürgermeister Gerd Schuberth. Die Ostseebäder setzen auf die 2+1-Lösung. Zwei Hochgeschwindigkeitsgleise würden dabei weit außerhalb der Kurorte entstehen. ctö

LN

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