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Scandlines-Fähre „Berlin“ in Rostock getauft

Rostock Scandlines-Fähre „Berlin“ in Rostock getauft

Nun sind Probefahrten geplant — Termin für den Start des regulären Dienstes steht noch nicht fest.

Rostock. Scandlines-Chef Sören Poulsgaard Jensen ist stolz: „Endlich sind wir am Ziel. Wir können die Champagnerflasche an das Fährschiff schmeißen.“ Dass der Bau des Schiffes alles andere als einfach war und eine Werft auch deshalb in die Insolvenz ging, spielt an diesem Vormittag im Rostocker Seehafen nur am Rande eine Rolle. Poulsgaard Jensen spricht von „einem zeitweise holprigen Weg zur Entstehung dieser Fähre“.

 

LN-Bild

Die Breakdance-Gruppe Typhon Crew auf der neuen Scandlines- Fähre.

Quelle: Wüstneck/dpa

Ganz ist der Holperweg aber noch nicht beendet. Denn es wird noch ein paar Wochen dauern, bis die „Berlin“ den regulären Fährdienst aufnehmen kann. Auch das war schon anders geplant. Es müssten noch Zertifizierungen absolviert werden, sagt Poulsgaard Jensen. „Der Kapitän will noch ein paar Probefahrten machen ohne Passagiere.“

Nach dem Solo einer Sängerin mit „What A Wonderful World“ schreitet Ines Rehberg, die Frau des CDU-Bundestagsabgeordneten und Schiffbau-Experten Eckhardt Rehberg, zur Tat und schneidet das Band zur Champagnerflasche durch. Die zerplatzt planmäßig an einem Pfeiler auf Deck 5, wo künftig die Autos abgestellt werden.

Scandlines erteilte 2010 den Auftrag für die 169 Meter lange Fähre und das Schwesterschiff „Copenhagen“ bei der P+S-Werft in Stralsund. Damals war von einer Auslieferung im Sommer 2012 die Rede. Nach der Insolvenz der Werft wurde der Auftrag storniert. Es stellte sich zudem heraus, dass die Schiffe mehrere Hundert Tonnen zu schwer waren. Die „Berlin“ wurde schließlich auf der dänischen Fayard-Werft fertiggestellt. Dort ist noch die „Copenhagen“ in Arbeit. Wann die fertig sein wird, steht nicht fest. Eine Scandlines-Sprecherin spricht vorsichtig vom Herbst 2016.

Mit Platz für 460 Autos oder 96 Lastwagen wird die Kapazität auf der Strecke Rostock—Gedser mehr als verdoppelt. Das Schiff habe am Ende 140 Millionen Euro gekostet, sagt Poulsgaard Jensen.

2010 war noch von 184 Millionen Euro die Rede gewesen. Scandlines zahlte früheren Angaben zufolge 31,6 Millionen Euro beim Kauf der Fähren aus der Insolvenzmasse.

„Werften bleibt beim Vertragspreis und Ablieferdatum meistens kaum Spielraum“, sagt Reinhard Lüken vom Verband für Schiffbau und Meerestechnik rückblickend auf das Scheitern der P+S-Werften und die jahrelange Verzögerung der „Berlin“-Fertigstellung. Eine erfolgreiche Werft müsse Kunden notfalls von dannen ziehen lassen, wenn Ideen technisch und kommerziell nicht realisierbar sind. „Sonst ist das Desaster programmiert und beide Seiten nehmen Schaden“, sagt Lüken.

Neben den Dieselmotoren verfügt die „Berlin“ nun über ein neues batteriegetriebenes Hybrid-Antriebssystem. „Wenn wir schon verspätet sind, ist das die positive Geschichte“, sagt Poulsgaard Jensen.

Denn zunächst seien die Schiffe ohne Hybrid-Antrieb konzipiert gewesen.

„Scandlines zeigt: Die Schifffahrt wird noch klimafreundlicher. Mit effizienteren Motoren, weniger Abgasen und Flüssiggas als Brennstoff sind wir auf dem richtigen Kurs für noch mehr Umwelt- und Klimaschutz“, erklärt Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder. Investiert wurde nicht nur bei Scandlines, auch im Hafen Rostock wurde kräftig gearbeitet. „Der Neubau von Liegeplatz 54 kostete 22,9

Millionen Euro. Dieser Neubau war der Startschuss für die Umgestaltung des Fährterminals von 2011 bis 2014 für 42 Millionen Euro“, berichtet Hafen-Geschäftsführer Gernot Tesch am Rande der Taufe.

Joachim Mangler

LN

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