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Scandlines: Mit Hightech-Fähren dem Tunnel Paroli bieten

Berlin/Kopenhagen Scandlines: Mit Hightech-Fähren dem Tunnel Paroli bieten

Reederei rüstet für emissionsfreien Verkehr von Puttgarden nach Rødby auf — Femern A/S treibt Vorarbeiten für die feste Beltquerung voran.

Berlin. Auch wenn in den Sternen steht, wann der Tunnel unter dem Fehmarnbelt kommen wird, rüstet das Fährunternehmen Scandlines seine Flotte auf. Nachdem nun alle vier Fähren auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rødby auf Hybridantrieb umgerüstet wurden, was rund zehn bis 15 Prozent CO2-Emissionen einspart, kündigte Geschäftsführer Morten Haure-Petersen jetzt beim Neujahrsempfang in Berlin das Projekt von „völlig emissionsfreien, batteriegetriebenen Fähren“ zwischen Rødby und Puttgarden an — 2018 wird angepeilt.

Allein 14 Millionen Euro hat das Unternehmen für die Umrüstung auf Hybrid der Fähren auf der Vogelfluglinie investiert. Bei der vom Konzern Siemens gelieferten Technik wird überschüssige Energie in Batterien gespeichert. Den zweiten Schritt sollen die beiden neuen Fähren „Berlin“ sowie „Copenhagen“ darstellen, die zwischen Rostock und Gedser verkehren. Sie sollen schon bald „in Küstenähe emissionsfrei“ betrieben werden. Im Beisein zahlreicher Bundestagsabgeordneter aus dem Norden forderte Haure-Petersen „politische Unterstützung“ für weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die künftigen Hightech-Fähren ein.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestags, Martin Burkert (SPD), lobte die Strategie der Reederei, bis 2018 auf einer Linie komplett emissionsfrei zu fahren. Die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) setzt große Erwartungen „in die Technologien der Zukunft“. Dazu gehöre, dass Windenergie für den Antrieb der Hightech-Fähren eingesetzt werde.

Zum geplanten Fehmarnbelttunnel meinte SPD-Mann Burkert, er bemerke in Ostholstein, dass das Milliardenprojekt „mehr und mehr infrage gestellt“ werde. Er könne die Sorgen der betroffenen Unternehmen und Tausenden Beschäftigten vor negativen Folgen für den Fährverkehr verstehen. Morten Haure-Petersen untermauerte seine fundamentale Kritik am Tunnelprojekt, das von der staatseigenen Femern A/S realisiert werden soll. „Dass der Staat einen privaten Anbieter aus dem Markt verdrängen will, ist eine grobe Verletzung des Wettbewerbsrechts“, sagte er. Auch dass der Zugang zu Scandlines-Terminals nach jetzigen Planungen verschlechtert werden soll, werde man nicht hinnehmen.

Unterdessen bauen die Dänen bereits — ungeachtet eines ausstehenden finalen Beschlusses des Kopenhagener Parlaments und der fehlenden königlichen Unterschrift. Die letzten vorbereitenden Arbeiten vor der Einrichtung der Tunnelbaustelle bei Rødbyhavn seien abgeschlossen, teilte Femern A/S mit. Dazu zählten neue Fußgängerbrücken und Fahrradwege. Insgesamt seien für Straßen- und Wegebau und die Verlegung von Versorgungsleitungen für Elektrizität, Wasser und Abwasser inklusive Bau eines Pumpwerks bereits 93 Millionen Euro ausgegeben worden. Bereits im September 2014 hatte es den ersten Spatenstich für die dänische Bahnanbindung gegeben. R. Zweigler/C. Tönnemann

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