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Scheitert der Kanalausbau doch noch?

Lauenburg Scheitert der Kanalausbau doch noch?

Binnenschiffer möchten das Geld in andere Projekte investieren – Auch der BUND will das Vorhaben verhindern.

Lauenburg/Berlin. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) geht davon aus, dass der Elbe-Lübeck-Kanal nicht ausgebaut wird – obwohl er in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde und der Haushaltsausschuss des Bundestages schon zehn Millionen Euro für die Planung bereitgestellt hat. „Wir haben zu wenig Personal und Geld, um bis 2030 alle 22 Maßnahmen umzusetzen, die im Bedarfsplan stehen“, sagt BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen.

Mit dem vorhandenen Planungspersonal in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ließen sich knapp 450 Millionen Euro pro Jahr verplanen und verbauen. Bezogen auf den tatsächlich gegebenen Investitionsbedarf fehlten dem Bund rund 600 Ingenieure. „Deshalb müssen wir Prioritäten setzen“, sagt Schwanen. Und für die Binnenschiffer steht der Elbe-Lübeck-Kanal dabei hinten an.

„Die Fahrrinnenvertiefungen von Rhein und Main haben ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 30,7 beziehungsweise 27,6“, sagt Schwanen. „Dort sollte das Geld hinfließen.“ Der Elbe-Lübeck-Kanal kommt dagegen nur auf ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 0,5. „Das bedeutet: Für jeden Euro, den man hineinsteckt, bekommt man nur 50 Cent raus“, erklärt Schwanen. „Wir zahlen bei der Maßnahme also noch drauf.“

Zudem müsse der güterverkehrliche Nutzen betrachtet werden. Auch dort schneide das schleswig-holsteinische Projekt schlecht ab. „Über den Elbe-Lübeck-Kanal werden 0,6 bis eine Million Tonnen Güter pro Jahr transportiert“, sagt er. „Bei Rhein und Main sind es ab neun Millionen Tonnen aufwärts. Wenn dort ausgebaut wird, hat das ganz andere Hebelwirkungen.“

Wenn der Ausbau noch scheitern sollte, würde das den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) freuen. Er appellierte am Montag bei der Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags zum Ausbaugesetz für die Wasserstraßen an die Abgeordneten, das Vorhaben noch zu kippen. „Der Ausbau wäre für den regionalen Tourismus eine Katastrophe“, sagt Heinz Klöser von der BUND-Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg. Für die 110 Meter langen Großmotorgüterschiffe, die künftig über den Kanal fahren sollen, müssen noch sechs Schleusen auf 115 Meter verlängert werden, der Kanal begradigt, das Kanalbett auf 2,80 Meter Tauchtiefe ausgebaggert und einige Brücken auf 5,25 Meter Durchfahrtshöhe angehoben werden. „Danach sieht der Kanal vermutlich so langweilig aus, dass ihn kein Tourist mehr sehen will“, sagt Klöser. Auch ließen die großen Schiffe keinen Raum mehr für Freizeitkapitäne – und während der Dauer der Ausbauarbeiten sei sowieso kein Bootstourismus möglich. Zudem sprächen Aspekte des Naturschutzes gegen den Ausbau. Klöser: „Für die Menschen in der Region geht Lebensqualität verloren.“

jd

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