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Wirtschaft im Norden Schifffahrt in Deutschland unter Druck: Weniger Schiffe und Seeleute
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21:19 10.12.2015

Die deutsche Handelsflotte schrumpft. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ging die Zahl der Schiffe unter deutscher Regie um netto 117 auf 3122 Schiffe zurück, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mit. Seit dem Höchststand im Jahr 2012 hat die Transportkapazität der Handelsschiffe um zwölf Prozent, die Zahl der Schiffe sogar um 17 Prozent abgenommen.

„Das ist eine beunruhigende Entwicklung“, sagte VDR-Präsident Alfred Hartmann. Auch die Zahl der deutschen Seeleute verringerte sich von mehr als 7000 auf 6700. 182 Schiffe wurden ins Ausland verkauft, darunter 68 Containerschiffe. Durch diese Verkäufe verschärfen sich die Konkurrenz und der Kostendruck auf den Weltmärkten weiter. Die verkauften Schiffe bleiben meist zu besseren Bedingungen in Fahrt, weil sie in der Anschaffung günstig sind und einen niedrigeren Kapitaldienst tragen müssen. Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit dieser Schiffe. Angesichts der Überkapazitäten auf den Weltmärkten drückt das die Fracht- und die Charterraten.

Diese sind aber für die deutschen Reeder entscheidend. Die deutschen Reedereien, 350 meist kleine und mittlere Unternehmen, leben davon, ihre Schiffe an die großen Linienreedereien zu verchartern.

„Die Charterraten sind wie vor 15 Jahren bei den Kosten von heute“, sagte Hartmann. Die bevorstehende Sanierung der HSH Nordbank kann die Lage weiter verschärfen. Die Bank gibt 8,2 Milliarden Euro an notleidenden Schiffskrediten ab, davon zwei Milliarden Euro in den freien Markt. „Wenn nun viele Schiffe auf den Markt geworfen werden, dann werden die Preise weiter sinken“, sagte Hartmann. „Es ist zu befürchten, dass Hedgefonds in großer Zahl Schiffe zu günstigen Preisen kaufen.“

Der Verband bemühe sich mit der Politik, Möglichkeiten zu finden, die HSH-Schiffe in Deutschland zu behalten. „Es ist schwierig, solche Modelle zu entwickeln“, sagte Hartmann. „Aber es ist im nationalen Interesse“.

LN

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