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Schwere Turbulenzen bei Tuifly

Hannover Schwere Turbulenzen bei Tuifly

Verspätungen, Crew-Engpässe und Alarmstimmung beim Ferienflieger nach Bekanntwerden der Umbaupläne.

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Stop: Am Flughafen ging es gestern für viele Passagiere des Ferienfliegers Tuifly wegen Crew-Engpässen erst mit Verspätungen weiter.

Quelle: Fotos: Dpa, Brauer-Photos

Hannover. Geduldsprobe beim Start in den Herbsturlaub: Für viele Fluggäste der Gesellschaften Tuifly und Air Berlin hat die Reise gestern mit stundenlangen Verspätungen begonnen. Tuifly begründete die Beeinträchtigungen des Flugbetriebs mit kurzfristigen Krankmeldungen ihrer Flugzeugbesatzungen. Es habe Verspätungen gegeben. Die Crew-Engpässe führten auch beim Partner Air Berlin zu Verspätungen und Streichungen. „Flugausfall heißt aber nicht, dass die Fluggäste nicht an ihr Ziel kommen – wir bemühen uns um Ersatz“, sagte eine Airline-Sprecherin. Betroffen waren neben den Flughäfen Berlin-Tegel, Hannover und Hamburg auch Frankfurt und Stuttgart.

Vermietung an Air Berlin

Mit 41 Boeing-Jets ist Tuifly die deutsche Tochter des weltgrößten Reisekonzerns Tui, der weltweit eine Flotte von 140 Flugzeugen betreibt. Die viertgrößte deutsche Airline ist 2007 aus dem Billigflieger HLX und Hapagfly entstanden. Etwa ein Drittel der Flotte wurde samt Besatzung an Air Berlin vermietet.

Als Hintergrund der Turbulenzen werden der tiefgreifende Umbau der hoch verschuldeten Air Berlin und damit einhergehende Veränderungen bei Tuifly gesehen – ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin. Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann hatte die Mitarbeiter nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitagabend über geplante Veränderungen unterrichtet, wonach die Airline in einem neuen Ferienflieger-Verbund aufgehen könnte. Verdi befürchtet die Eingliederung der Tuifly in den Betrieb der bisherigen Air-Berlin-Tochter Niki in Österreich. Dort seien die Löhne über 20 Prozent niedriger als bei der Tuifly, so dass nun Lohndumping drohe.

Vor allem bei den Beschäftigten der Tuifly schrillen deshalb die Alarmglocken. Die 2400 Beschäftigten des Kooperationspartners Tuifly zittern um ihre Jobs; bei der Air Berlin wurden schon 1200 Jobs gestrichen. Neben Verwaltung und Technik in Hannover scheint auch die Zukunft des fliegenden Personals ungewiss. Letztlich steht der gesamte Standort Hannover mit seiner Verwaltung und den Besatzungen der Jets auf dem Spiel. „Manche haben die blanke Angst in den Augen“, sagt ein Gewerkschafter.

Wenn die Tuifly-Flugzeuge mit der Air-Berlin-Tochter Niki in einem neuen Ferienflieger aufgehen würden, würde einiges von der rechtlichen Konstruktion abhängen, über die noch keine Klarheit besteht.

Als Mehrheitseigner soll Medien zufolge eine Stiftung österreichischen Rechts geplant sein, die mit der Niki auch über einen Flugbetrieb (AOC) in der Alpenrepublik verfügen würde. Deren Tarifbedingungen liegen aus historischen Gründen deutlich unter denen bei der Air Berlin oder der Tuifly. Das wirtschaftliche Sagen bei der neuen Gesellschaft hätte der Air-Berlin-Finanzier Etihad.

Ein Arbeitnehmer-Krisenstab kündigte Widerstand gegen die Pläne an. „Das werden wir so nicht hinnehmen, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte Betriebsratschefin Karin Grobecker. Die Mitbestimmungsgremien seien von den Plänen des Managements überrascht worden:

„Wir sind völlig entsetzt und befürchten massiven Arbeitsplatzabbau, wenn die Tuifly in eine österreichische Plattform geholt wird.“

Die Tuifly-Geschäftsführung hat den Mitarbeitern daraufhin gestern eine Standort- und Tarifgarantie bei der geplanten Neuordnung des Fluggeschäfts gegeben. In einem Brief an die Mitarbeiter betonte gestern Geschäftsführer Jochen Büntgen: „Gerüchte über eine Verlagerung des Sitzes der Gesellschaft sind falsch; Tuifly ist eine deutsche Gesellschaft, die auch in Zukunft weiter am Standort Hannover operieren wird.“ ITZMARKE]

LN

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