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Wirtschaft im Norden Sechs Prozent mehr – eine Kernforderung
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20:10 15.01.2018
Lübeck

Doch auch familiengerechte Arbeitszeiten stellen die DGB-Gewerkschaften in den Mittelpunkt. Verdi stehe vor drei großen Tarifrunden, erklärte Bezirksgeschäftsführerin Berith Jordan, und für alle drei spiele die Sechs-Prozent-Forderung eine große Rolle. Bei der Deutschen Post sei der Tarifvertrag zum 31. Januar gekündigt. Die Beschäftigten sollten die Wahl haben, einen Teil der Entgelterhöhung in freie Zeit umzuwandeln. Für die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen stellt Verdi seine Forderungen zum 8. Februar auf. Auch für Telekom-Beschäftigte fordere Verdi sechs Prozent mehr.

Die NGG fordert zwischen fünf und sechs Prozent höhere Entgelte. „Das gilt für alle Branchen, das heißt in der Lebensmittelindustrie, im Hotel- und Gaststättengewerbe und auch im Lebensmittelhandwerk“, sagte Bezirksgeschäftsführer Dirk Himmelmann. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sei man bereit, über Jahresarbeitszeit zu verhandeln, aber mit festen Regelungen. „14 Wochen mit je 60 Stunden in der Hauptsaison, das ist unmenschlich“, sagte Himmelmann. Der Durchschnittslohn liege bei 1800 Euro brutto, das seien bis zu 400 Euro weniger als in Bayern.

Der Chemieindustrie mit ihren 13000 Mitarbeitern in Schleswig- Holstein gehe es sehr gut, sagte Andreas Suß, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Sie entscheidet am 11. April über ihre Tarifforderung. Das große Problem sei der Fachkräftemangel, sagte Suß.

Für Daniel Friedrich, Geschäftsführer der IG Metall Lübeck/Wismar, steht im Tarifkonflikt die „Woche der Entscheidung“ bevor. Gebe es keine Annäherung, würde man auch in Lübeck Anfang Februar zu 24-Stunden-Streiks aufrufen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will auch in Verhandlungen mit Privatbahnen erreichen, dass Beschäftigte zwischen mehr Geld und Arbeitszeitreduzierung entscheiden können.

Der DGB wolle bei den Kommunalwahlen am 6. Mai Einfluss auf die Zusammensetzung der kommunalen Parlamente nehmen, erklärte Juliane Hoffmann, Regionsgeschäftsführerin Schleswig-Holstein Südost. Auch die Betriebsratswahlen in vielen Firmen werde man unterstützen.

C. Risch

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