Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Sechs Prozent mehr im Öffentlichen Dienst?
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Sechs Prozent mehr im Öffentlichen Dienst?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:10 08.02.2018
Anzeige

Berlin. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Mindestens solle es 200 Euro pro Monat mehr geben, sagte der Vorsitzende von Verdi, Frank Bsirske, in Berlin. Eine brummende Wirtschaft, sprudelnde Steuereinnahmen und verschärfter Fachkräftemangel machen aus Sicht von Verdi und Beamtenbund dbb eine  satte Lohnerhöhung nötig.

Die Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und dem scheidenden Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) beginnen am 26. Februar in Potsdam. Die Schlussrunde ist für Mitte April vorgesehen. Wenn bis dahin eine neue Große Koalition zustande kommt und CSU-Chef Horst Seehofer wie geplant de Maizière nachfolgt, würden die Gewerkschaften mit ihm die Verhandlungen zu Ende führen, sagte Bsirske.

Für Auszubildende und Praktikanten soll es den Gewerkschaften zufolge 100 Euro pro Monat mehr geben. Für Schichtarbeiter soll die Zahl der Zusatzurlaubstage von vier auf sechs

steigen, für Wechselschichtarbeiter von sechs auf neun. Die Jahressonderzahlung im Osten soll der im Westen angeglichen werden, derzeit sind es laut Bsirske 75 Prozent.

Krankenpfleger sollen beim Nachtzuschlag bessergestellt werden. Der Erholungsurlaub für Azubis und Praktikanten soll um einen auf 30 Tage steigen.

Schulische und betriebliche Ausbildungsgänge in Kliniken und praxisintegrierte Ausbildungen von Erzieherinnen wie etwa in Baden-Württemberg oder einzelnen NRW-Kommunen sollen neu in den Tarifbereich aufgenommen werden.

Von ihrer Standardforderung nach einer nur zwölfmonatigen Laufzeit wollen die Gewerkschaften in diesem Jahr anders als sonst nur wenig Abstriche machen – angesichts der guten Konjunkturlage. „Wir würden eine längere Laufzeit nur für realisierbar halten, wenn auf Arbeitgeberseite außergewöhnliche Regelungen möglich wären“, sagte Bsirske. 

Der Vorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Ulrich Silberbach, hob die Bedeutung der 200-Euro- Mindestforderung hervor. Etwa für Pflegehelferinnnen oder Straßenwärter mit nur knapp über 2000 Euro brutto seien das immerhin zehn Prozent mehr. Er forderte die Übertragung des Ergebnisses auf die 344 000 Beamten und Anwärter des Bundes. De Maizière hatte dies bereits angekündigt. 

Das Gesamtvolumen der Forderungen summiere sich auf sechs Prozent mehr, sagte Bsirske. Bei vollständiger Umsetzung kämen auf die Kommunen Mehrkosten von 6,4 Milliarden Euro zu, beim Bund 1,8 Milliarden Euro.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wiesbaden. Angetrieben von der Erholung der Weltwirtschaft eilen Deutschlands Exporteure von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren der Bundesrepublik um 6,3 Prozent auf den neuen Bestwert von 1279,4 Milliarden Euro.

08.02.2018

Sechs Prozent mehr Lohn sind nicht leistbar, sagt Thomas Böhle, Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände.

08.02.2018

Wo steht mein Unternehmen in Sachen Digitalisierung? Was muss ich tun, um meine Computersysteme zu schützen? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt der „IT for Business“, der Kongressmesse für Digitalisierung, die bereits zum sechsten Mal in den Lübecker Media Docks stattfand.

07.02.2018
Anzeige