Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Segelwäscherei wird verkauft
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Segelwäscherei wird verkauft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:18 14.12.2015

Die Segelwäscherei in Schönberg wird verkauft. Die Großwäscherei Duncker aus Lübeck will in die Halle im Gewerbegebiet einziehen. Insolvenzverwalter Michael Wilkens aus Hamburg hat das bestätigt. In dieser Woche soll der Verkauf über die Bühne gehen. Von der Großwäscherei wollte sich auf Anfrage niemand dazu äußern.

Noch betreibt Adrian Lingrön die Segelwäscherei mit zwei Mitarbeitern. Er hatte Gebäude und Maschinen vor gut zwei Jahren von Insolvenzverwalter Wilkens gemietet. Der neue Geschäftsführer nennt die Firma seitdem Sailfit GmbH. Nach Angaben von Lingrön wollen sich die Sailfit GmbH und die Großwäscherei Duncker jetzt zusammenschließen. „Ich habe leider keine Bank überzeugen können, dass sie mir einen Kredit gibt. Herr Kolz hat da andere Mittel als ich“, so der Sailfit-Geschäftsführer. Momme Kolz ist Geschäftsführer der Großwäscherei Duncker aus Lübeck. Lingröns Aussage zufolge sollen in Schönberg auch in Zukunft Segel und Feuerwehrkleidung gereinigt werden, aber: „Es kommen noch weitere Aufgaben hinzu.“

Das Problem der Segelreinigung: Vier bis fünf Monate im Jahr gibt es nicht viel zu tun. Und bei der Reinigung von Feuerwehrkleidung sieht das genauso aus. Zwar hatte der Rettungsdienst in Lübeck Interesse, seine Einsatzkleidung in Schönberg reinigen zu lassen. „Aber das war mir eine Nummer zu groß", sagt Lingrön offen. „Dann hätte ich zwei neue Leute einstellen müssen.“ Das Risiko wollte er nicht eingehen, auch wenn das Geschäft insgesamt „ganz gut hinhaut“. Er sagt dazu: „Ich habe es in den zwei zurückliegenden Jahren leider noch nicht geschafft, mir ein kleines Polster aufzubauen, sodass wir gut über den Sommer kommen.“ Gerade das wäre für die Banken wichtig. So aber, mit einer Flaute im Sommer, wolle niemand einen Kredit über 280 000 Euro für Gebäude, Maschinen und weiteren Investitionen geben.

Die Konsequenz, nachdem sich die Großwäscherei Duncker jetzt für die Schönberger Segelmacherei interessiert: Insolvenzverwalter Wilkens will das Gebäude verkaufen. Nach Angaben von Lingrön spätestens zu Beginn des kommenden Jahres. Für Schönberg, sagt Michael Wilkens, bedeutet der Verkauf mehr Arbeitsplätze. „Es entstehen auf jeden Fall neue Jobs. Und nicht wenige.“ Der Insolvenzverwalter zeigt sich nach der langen Suche sehr erfreut darüber, dass sich endlich jemand gefunden hat. Ende September 2013 hatte Novosail Insolvenz angemeldet. In der Zeit bis zur Insolvenz hat Novosail laut Insolvenzverwalter nie ein positives Ergebnis erwirtschaftet.

Erst im letzten Moment hatte sich vor gut zwei Jahren mit Adrian Lingrön jemand gefunden, der Segel und Feuerwehrbekleidungen weiter in Schönberg reinigen lassen wollte. Mit der Großwäscherei Duncker sieht Wilkens jetzt allerdings erstmals eine langfristige Perspektive für das Ganze.

Das Landesförderinstitut hatte den Bau der Segelwäscherei mit rund 330 000 Euro gefördert. Für die Schaffung von sechs Dauerarbeitsplätzen, hieß es vom Wirtschaftsministerium. Die Gesamtinvestition des umstrittenen Vorhabens betrug rund 1,3 Millionen Euro. Insolvenzverwalter Michael Wilkens hatte die Fördersumme als „verschwendetes Geld“ bezeichnet. Beim Durchblättern der Geschäftszahlen vor zwei Jahren sei ihm ziemlich schnell klar gewesen, dass sich der Betrieb nicht rentieren könne. Allein schon wegen der Betriebskosten. Die bis zu 15 Meter breite Reinigungsmaschine mit Bürsten sei deshalb schon wenige Wochen nach der Einweihung im Jahr 2008 nicht mehr genutzt worden. Das Problem: Für die Maschine waren nicht nur fünf Personen erforderlich, sondern auch enorm viel Strom.

Es kommen noch weitere Aufgaben hinzu.“Adrian Lingrön,
Geschäftsführer der
Sailfit GmbH

Steffen Oldörp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Krebstiere leben weltweit in allen Ozeanen. Es gibt mehr als 3000 verschiedene Arten von Garnelen. Einige Arten kommen auch im Süßwasser vor und besiedeln Flüsse und Seen.

12.12.2015

Kieler Institut für Weltwirtschaft rechnet verschiedene Szenarien durch.

12.12.2015

Trinkwasser, Schmutzwasser, Regenwasser und Fernwärme: In allen Sparten will der Ver- und Entsorger modernisieren / Ein großer Brocken bleibt Bad Kleinen.

12.12.2015
Anzeige