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Service-Stelle vermittelt Facharzt binnen vier Wochen

Bad Segeberg/Lübeck Service-Stelle vermittelt Facharzt binnen vier Wochen

Kassenärztliche Vereinigung setzt Bundesgesetz um — Patienten müssen aber lange Wege in Kauf nehmen.

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Auch die Untersuchung beim Hautarzt soll künftig schneller verfügbar sein.

Quelle: dpa

Bad Segeberg. Das mitunter monatelange Warten auf einen Termin beim Facharzt soll ab morgen ein Ende haben. Wie von der Bundesregierung vorgegeben, starten jetzt die neuen Terminservicestellen bei den Landesärztekammern. Damit sollen Versicherte künftig binnen vier Wochen einen Termin erhalten — aussuchen können sie sich den Arzt aber nicht.

Die Terminservicestelle ist montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags zwischen 13 und 17 Uhr unter der Telefonnummer 04551/30404931 zu erreichen. Um die Servicestelle nutzen zu können, benötigt ein Patient allerdings eine Überweisung von seinem Arzt. Die wird von der überweisenden Praxis mit einem Vermittlungscode versehen, den Patienten bei der Terminstelle angeben müssen. Innerhalb von einer Woche soll dann der Termin stehen, der nicht weiter als vier Wochen in der Zukunft liegen darf. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) betont, ist die Wahlfreiheit des Arztes in diesem Fall aber ausgesetzt. Entscheidend sei nur die Verfügbarkeit eines Termins. Dabei dürfen Patienten ebenfalls nicht erwarten, dass der Arzt fußläufig erreichbar ist. 30 Minuten Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelten als zumutbar. Bei spezialisierten Fachärzten müssen sogar bis zu 60 Minuten Fahrzeit in Kauf genommen werden.

Die Vier-Wochen-Frist gelte dabei aber nur für medizinisch akute Fälle. Bei verschiebbaren Routine- oder Früherkennungsuntersuchungen kann es weiterhin länger dauern, bis ein Termin frei ist.

Ebenfalls vermittelt die Terminservicestelle keine Termine bei Zahnärzten oder Kieferorthopäden. Auch Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte sind ausgenommen. Die KVSH empfiehlt daher, vor einem Anruf bei der Servicestelle zunächst selbst beim Wunscharzt nach einem Termin zu fragen.

Ob die Terminvergabe wie vorgesehen klappt, ist umstritten. Florian Unger, Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen in Schleswig-Holstein, befürchtet, dass es bei der Ärzteschaft ein nicht gerade reges Interesse geben werde, das neue System auch mit Leben zu füllen. Denn es bedeute für sie vor allem Aufwand aber keine Vorteile. Zudem sei die Form, wie die KVSH ihre Terminservicestelle verkaufe, „überaus intransparent und kompliziert“. Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Kassenärztlichen Vereinigungen vorgeworfen, die Vergabestellen für Facharzttermine mehr schlecht als recht umgesetzt zu haben. „In den Terminservicestellen der Kassenärzte geht es bundesweit drunter und drüber“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

„Selbstverständlich setzen wir die gesetzlichen Vorgaben auch um“, erwidert Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Allerdings macht Schliffke auch keinen Hehl daraus, dass sie deren Wirksamkeit für begrenzt hält. Denn Ursache der langen Wartezeit sei nicht eine schlechte Organisation, sondern sie seien Ausdruck eines Fachärztemangels in Schleswig-Holstein.

Oliver Vogt

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