Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Shoppen statt Strand: Urlauber stürmen Innenstädte
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Shoppen statt Strand: Urlauber stürmen Innenstädte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:17 18.07.2016
Karstadt-Verkäuferin Iris Rechmann (48, l.) zeigt Detlef Helbrecht (56) und seiner Frau Elke (48) aus Springe bei Hannover eine Jacke. Die beiden Urlauber haben sich aufgrund des Wetters zur Schnäppchen-Jagd in Lübeck entschlossen. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler
Anzeige
Lübeck

Gestern in der Lübecker Innenstadt: Die Fußgängerzone platzt fast aus den Nähten – und das an einem Montag. Überall sind Kauflustige unterwegs.

Ideales Einkaufswetter – Geschäftsleute freuen sich über deutliches Umsatzplus.

„Es gibt schon gar keine Parkplätze mehr.“ Jörg Jäger, Pressezentrum

„So viele Urlauber!“, freut sich Jörg Jäger, Inhaber des Lübecker „Pressezentrums“. „Es gibt schon gar keine Parkplätze mehr.“ Deutlich mehr Kunden als sonst kommen in seinen Laden. Sie kaufen Bücher, Postkarten und Souvenirs, am gefragtesten sind Lübeck-Artikel: Kleine Holstentore, Schneekugeln und T-Shirts. Jäger: „Wir freuen uns!“

Ein Grund für den Ansturm: Das schlechte Wetter der vergangenen Tage, das nicht unbedingt an die Strände lockte. „Gerade dieses Wetter mit bedecktem Himmel und ab und zu kleinen Schauern ist das ideale Shopping-Wetter“ , stellt Monika Dürrer, Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nord in Kiel, fest. „Die Leute besinnen sich auf Kunst, Kultur und schöne Innenstädte.“ Regne es in Strömen, blieben die Kunden lieber zu Hause, ebenso bei Schnee und lähmender Hitze.

Auch Rabatte locken. Der Geldbeutel sitze zudem locker, da Sparen keine hohen Zinsen mehr bringe und gute Tarifabschlüsse vielfach ein Plus auf dem Konto versprächen. Das alles beschert vielen Geschäften derzeit guten Umsatz. Besonders gefragt sind laut Dürrer Textilien, vor allem Mode und Schuhe, aber auch Bücher und Accessoires. Selbst Bau- und Medienmärkte profitierten zur Zeit vom Wetter, so Dürrer. „Schon die Fußball-Europameisterschaft hat ja für eine kleine Sonderkonjunktur gesorgt“, sagt die Ökonomin. „Viele haben sich einen besseren Fernseher gekauft oder das Heimkino neu bestückt.“ Die Gastronomie freut sich ebenfalls: Cafés und Restaurants sind gut besucht.

Bei Karstadt in Lübeck schlendern Elke Helbrecht (48) und ihr Mann Detlef (56) aus Springe bei Hannover gerade durch die Herrenmode-Abteilung. Die beiden haben in Niendorf an der Ostsee eine Ferienwohnung. „Wir sahen aus dem Fenster und dachten, wir fahren mal nach Lübeck, nach Schnäppchen gucken“, sagt Elke Helbrecht. Es scheint sich zu lohnen: Viele Preise sind um 30 Prozent reduziert.

Vanessa Stumm (24) und ihr Freund Sebastian Paul (25) aus Hann. Münden sind zu Gast in einem Ferienhaus in Grömitz. Sie haben Postkarten gekauft und stöbern nun in der Buchhandlung nach neuer Ferien-Lektüre. Bei dem Wetter biete sich das an. „Lübeck wollte ich mir sowieso mal ansehen“, meint Sebastian Paul.

Insgesamt trage das wetterbedingte Umsatzhoch zu den erwarteten guten Erträgen der rund 33000 Einzelhandelsgeschäfte im Norden in dieser Saison bei, sagt Monika Dürrer. Der Umsatz werde sich in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein von 17,4 Milliarden Euro 2015 auf voraussichtlich 17,8 Milliarden in diesem Jahr steigern.

 Marcus Stöcklin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige