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Wirtschaft im Norden Sie unterstützt die Bombenentschärfer
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21:00 19.01.2019
Laura-Christin Krebs (26) setzt ein Bombenentschärfungs-Gerät an. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

 Als Kind schlug ihr Herz noch für Baukasten-Konstruktionssysteme. Heutzutage arbeitet Laura-Christin Krebs den Kampfmittelräumdiensten zu. Die 26-Jährige fungiert als Vertriebsassistentin für den Bereich Bombenentschärfung beim Lübecker Wasserstrahl-Schneidanlagenhersteller ANT (Applied New Technologies AG). Nebenbei ist die Mitarbeiterin angehende Betriebswirtin im Bereich Logistik. Neben der Vertriebstätigkeit ist Krebs auch im Im- und Export tätig, kümmert sich um Warenein- und -ausgänge. 2012 hat die Fachfrau ihre Lehre als Industriekauffrau bei ANT begonnen und 2015 erfolgreich abgeschlossen.

Enorme Druckkräfte

Laura-Christin Krebs’ Tätigkeit bewegt sich in einem Bereich, in dem mit Druck von etwa 700 bar gearbeitet wird. Zum Vergleich: Ein Autoreifen hat vielleicht um die zwei bis drei bar, ein Hochdruckreiniger 100 bar. Enorme Druckkräfte also, die ANT bei den Schneidwerkzeugen einsetzt.

„Es gibt verschiedene Manipulationsgeräte, die entweder vor die Bombe gestellt oder daran befestigt werden, sofern die Bombe frei liegt“, erklärt Krebs. Das eigentliche Verfahren der Bombenentschärfung klingt simpel: „Es wird der Zünder herausgeschnitten“, so Krebs. Auf diese Weise könnten nicht nur Bomben, sondern auch Handgranaten entschärft werden, sagt die Fachfrau. Zwar scheint alles höchst gefährlich, ist es bei richtiger Handhabung aber nicht.

Kameragestützte Entschärfung

„Das Besondere ist, dass die Entschärfung kameraunterstützt stets aus sicherer Entfernung erfolgt“, erläutert Marketing-Assistentin Franziska Wischnewski (30). Etwa 500 Meter betrage der Abstand zwischen Bombe und Kampfmittelräumdienst. Natürlich betätigt Laura-Christin Krebs das Schneidgerät nicht selbst. Das machen die Kunden. Dafür fliegt sie aber schon mal nach Tokio, um die Funktionsweise der ANT-Geräte den dortigen Experten zu erklären. Denn die Kunden des Unternehmens sind nationale wie internationale staatliche Kampfmittelräumdienste, beispielsweise auch die Bundeswehr und die UN.

Ausgezeichneter Weltmarktführer

Das 1999 gegründete, expandierende Unternehmen beschäftigt 34 Mitarbeiter. Erst kürzlich ist der Ausbildungsbetrieb mit dem „Best of Industry-Award“ ausgezeichnet worden. Aktuell sucht der Lübecker Technologieführer Techniker, Konstrukteure und Ingenieure, Mechatroniker, Mechaniker und Buchhalter, Controller und Sachbearbeiter.

„Einfach ausgedrückt wird eine bei uns entwickelte, spezielle Suspension, die zum größten Teil aus Wasser besteht, mittels eines Schlauches zur Schneiddüse geführt und mit Hochdruck zum Schneiden benutzt“, sagt Krebs. In der großen Produktionshalle des Unternehmens prüft die Vertriebsassistentin unter anderem, ob die sichere Verbindung der Schneidvorrichtung an einem ursprünglichen Bombenboden passgenau ist und ob alles funktioniert. Genau diesen Schritt führt Krebs auch den ANT-Kunden vor. Ein spannender Job.

Liebe zur Technik

Was reizt die Mitarbeiterin? „Das Schöne ist, sich in einer von Männer dominierten Berufswelt zu behaupten“, sagt Krebs lächelnd. „Aber es ist natürlich auch die Liebe zur Technik“, gibt die Mitarbeiterin, die auch ihr Auto selbst reparieren könnte, zu.

Das Unternehmen bedient außerdem den Nuklearbereich für den Rückbau von Kraftwerken mit den eigenen Geräten. Neu ist ein Geschäftsfeld im Industrie-Lohnfertigungssektor, sagt Wischnewski. Ursprünglich stamme das Unternehmen aus dem Offshore-Rückbau.

Rüdiger Jacob

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