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So geht es weiter mit dem Verkauf der HSH Nordbank

Hamburg So geht es weiter mit dem Verkauf der HSH Nordbank

Neun Monate nach dem Beginn wird an diesem Wochenende die Schlussrunde für den Verkaufsprozess der HSH Nordbank eingeläutet. Die Perspektive für einen erfolgreichen Verkauf hat sich im Laufe des Jahres aufgehellt.

Im Rennen um die HSH Nordbank sind dem Vernehmen nach noch fünf anglo-amerikanische Finanzfonds. Sie heißen Cerberus, Apollo, Lone Star, Flowers und Socrates. 

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. An diesem Wochenende entscheidet sich, ob der Verkaufsprozess für die HSH Nordbank weitergeht oder abgebrochen wird. Für die Bewerber läuft am Freitagabend die Frist ab, um ein verbindliches Angebot für die Bank vorzulegen. Im Rennen sind dem Vernehmen nach noch fünf anglo-amerikanische Finanzfonds. Sie heißen Cerberus, Apollo, Lone Star, Flowers und Socrates. Möglicherweise tun sich auch zwei dieser Fonds zusammen und geben ein gemeinsames Angebot ab.

Offiziell bestätigt sind diese Angaben nicht, aber seit längerem so etwas wie ein offenes Geheimnis, das in Medien und auch von Politikern wie dem schleswig-holsteinischen FDP-Chef WolfgangKubicki öffentlich erörtert wird. Chinesische Banken und Versicherer, die zeitweise als heiße Favoriten für die Übernahme der HSH Nordbank gehandelt wurden, sind nicht mehr dabei.

Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein als Verkäufer der HSH Nordbank werden nun entscheiden, mit welchen zwei oder drei Interessenten sie in die abschließenden Verhandlungen gehen. Der Kaufvertrag muss nach den Auflagen der EU bis Ende Februar 2018 unterzeichnet sein. Andernfalls müsste die Bank abgewickelt werden. Im Laufe des Jahres haben sich die Perspektiven für den Verkauf deutlich aufgehellt. Überwogen im Januar noch die skeptischen Stimmen für die Verkaufschancen, so macht sich seit dem Sommer zunehmend Zuversicht breit, dass der Verkauf gelingt.

Bankchef Stefan Ermisch hatte zuletzt in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ deutlich gemacht, dass die Private-Equity-Fonds, allesamt Schwergewichte im Finanzsektor, genau die richtigen Investoren für die HSH Nordbank sein könnten. „Gerade in Phasen des Umbruchs haben sich Finanzinvestoren weltweit oft engagiert und als Katalysatoren für die Konsolidierung einer Branche gewirkt“, sagte er dem Magazin.

Das Interesse der Fonds an der Bank ist auch deshalb gewachsen, weil sich die Zahlen verbessert haben. Die HSH Nordbank besteht aus einer Kernbank, die sich gut entwickelt, und einer Abbaubank, in der die Risiken aus den Jahren 2004 bis 2009 gebündelt sind. Beide Teile sollen verkauft werden und Ermisch geht davon aus, dass auch entsprechende Angebote eingehen. Die Risiken für die Investoren seien mittlerweile überschaubar. Die notleidenden Kredite würden zum Ende 2018 noch 3,8 Milliarden Euro betragen, von denen rund die Hälfte bereits wertberichtigt seien, also in den Bilanzen der Bank verarbeitet. Damit reduziere sich das Risiko für die Erwerber auf weniger als zwei Milliarden Euro.

Der weitere Fahrplan für den Verkauf sieht dann vor, dass bis zum Februar ein unterschriftsreifer Verkaufsvertrag ausgehandelt wird. Der endgültige Vollzug, das „Closing“, folgt dann einige Monate später. Welche Verkaufskonditionen und welcher Preis am Ende stehen werden, ist noch offen. Für die rund 2000 Beschäftigten wäre ein erfolgreicher Verkauf eine gute Nachricht. Bluten müssen auf jeden Fall die Steuerzahler in Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie warten auf die Schlussabrechnung. Die Kieler Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) erwartet am Ende Belastungen für beide Länder von 10 bis 16 Milliarden Euro, im wesentlichen aus der Verlustgarantie, die von den Ländern zu tragen sind - Geld, das dann an anderer Stelle fehlt.

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