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So steht es um die HSH-Nordbank

Hamburg So steht es um die HSH-Nordbank

Die lange Leidensgeschichte der HSH Nordbank geht bald zu Ende. Noch ist offen, ob den Ländern der Verkauf gelingt und was die HSH Nordbank den Steuerzahler letztlich kosten wird. Der Chef der Bank sagt: Es wird komplex. Doch die Voraussetzungen seien gut.

Am Donnerstag wurde in Hamburg der Bericht über das erste Halbjahr 2017 der HSH Nordbank vorgelegt.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Hamburg. Gute Zahlen, schlechte Zahlen: Die HSH Nordbank hat eine glänzende und eine dunkle Seite. Die Kernbank, in der das gut laufende Geschäft mit Immobilien und Kraftwerken, mit profitablen Schiffen und mit gesunden Unternehmen gebündelt ist, steht ausgezeichnet da. Sie verdiente in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 506 Millionen Euro vor Steuern mehr als erwartet, nach 342 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und da ist die Abbaubank, die Altlasten der Vergangenheit zusammen mit dem nicht-strategischen Geschäft verwaltet. Sie verlor vor Steuern 348 Millionen Euro, vor allem durch die Kosten für den Abbau von Altlasten und weitere Risikovorsorge für Schiffskredite.

Die Gesamtbank hat damit 173 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 171 Millionen) vor Steuern und 158 Millionen Euro (160 Millionen) nach Steuern verdient, wie aus dem am Donnerstag in Hamburg vorgelegten Bericht über das erste Halbjahr hervorgeht. Um die Verluste der Abbaubank zu finanzieren, musste die HSH Nordbank auch kräftig Wertpapiere verkaufen.

Vorstandschef Stefan Ermisch lenkte den Blick auf die positiven Ereignisse des ersten Halbjahres. „Der Abbau von Altlasten läuft mit bisher 4,2 Milliarden Euro schneller als erwartet.“ Noch stehen Altlasten von 17,2 Milliarden Euro in den Büchern - doch das sind nicht nur faule Schiffskredite. Die sind mit 8,4 Milliarden Euro deutlich geringer. Bis Ende des Jahres sollen die Altlasten auf weniger als 14 Milliarden Euro fallen.

Auf die Schiffskredite hat die HSH Nordbank 5,2 Milliarden Euro Risikovorsorge gebildet; sie sind damit zu 61 Prozent abgedeckt. Damit könnten in jedem Einzelfall die richtigen Wege gefunden werden, um Kredite zu sanieren oder zu restrukturieren, auch Schuldenschnitte. Wegen hoher Schuldennachlässe an einzelne Reeder war die Bank öffentlich in die Kritik geraten. Gegenwärtig verkaufe die Bank Schiffe im Wert von rund einer Milliarde Euro zu guten Preisen, weil sich die Märkte etwas erholt hätten, sagte Ermisch. Insgesamt finanziert die HSH Nordbank noch mehr als 1200 Schiffe, davon knapp 540 in der Abbaubank.

Ermisch richtete den Blick stärker auf die aktuelle Lage der Kernbank und den bevorstehenden Verkauf der Bank in den nächsten sechs Monaten. „Unser geschäftlicher Anker im Markt ist fest“, sagte er. Das Neugeschäft sei um 25 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen, davon allein eine Milliarde Euro von neuen Kunden. „Wir stehen mit unserem Leistungsangebot richtig.“ Mit einer harten Kapitalquote von 15 Prozent, ohne Einberechnung der Ländergarantie, stehe die Bank bärenstark da. „Die Bank ist saniert, operativ stark und hat auch deshalb die Privatisierung verdient“, sagte Ermisch. Die Basis dafür sei gut.

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH Nordbank bis Ende Februar verkaufen. Die bislang von den Ländern gegebenen Garantien von zehn Milliarden Euro werden von der Bank voll in Anspruch genommen und sind für die Länder verloren. Der Hamburger Finanzsenator Peter Tschentscher sagte der „Bild“-Zeitung, die HSH Nordbank werde noch ungefähr weitere vier Milliarden Euro kosten. Dazu Ermisch: „Es wird komplex, es ist nicht trivial.“ Letztlich gehe es darum, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zu finden. Darum müssten sich die Verkäufer bemühen. „Die Käufer müssen nicht kaufen.“

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