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Wirtschaft im Norden Sogar in Peking gefragt: Kunstwerke aus Materialresten
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Sogar in Peking gefragt: Kunstwerke aus Materialresten
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18:10 11.08.2018
Auf den Schnitt, fertig, los: Ninette Mathiessen (44) nimmt die Schere und schneidet ein Stück Acrylrest ab. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
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Travemünde

Mit ihren Fischmotiven hat sich Ninette Mathiessen ein eigenes Markenzeichen geschaffen. Die stereotypen Abbildungen des Meeresbewohners sind in Travemünde an vielen Orten zu sehen, auch in den großen Hotels lassen sie die Handschrift einer Frau erkennen, die mehr ist als eine Künstlerin.

Ninette Mathiessen (44) betreibt in Travemünde eine Galerie mit Atelier.

Die Techniken

Ihre Werkzeuge sind Spachtel und Malermesse – keine Pinsel. Von der Acrylfarbe bis zum Lack benutzt Ninette Mathiessen Kunststoffdispersionen. Reliefartige Strukturen entstehen aus herkömmlicher Spachtelmasse, aber auch durch Experimente mit aufgeweichtem Zellstoff, Mörtel oder Packpapier. Durch die Verwendung von Metallgrundierungen in Verbindung mit Säuren entstehen Oberflächen aus Rost oder Patina.

Die gebürtige Niedersächsin lebt seit 2006 an der Ostseeküste. Seit 2011 widmet sie sich der Kunst – und zugleich dem Handwerk. Einen Namen hat sich Ninette Mathiessen deshalb als Kunstwerkerin gemacht. „Ich vereine die Kunst und das Handwerk“, sagt die Frau, die in der Bertlingstraße eine Galerie und ein Atelier betreibt. Seit sie angefangen hat, mit Acrylfarbe zu malen, hebt Ninette Mathiessen alle Materialreste auf. Daraus macht sie neue Kunstwerke. Upcyceln wird diese Form des Wiederverwendens scheinbar unbrauchbar gewordener Materialien genannt. Und so werden aus den vielen getrockneten Farbresten beispielsweise kleine Segel, die Ninette Mathiessen mit einer Schere ausschneidet, um sie zu bunten Farbfolien oder einfarbigen Motiven zu verarbeiten. Mitunter reißt die Kunstwerkerin auch die Farbreste von dünnen und dicken Abfallfolien ab. Und so werden aus den getrockneten Farbresten filigrane Segelbilder, manchmal nur in Postkartengröße, manchmal sogar bis zu drei Quadratmeter messende Werke. Nachschub gibt es immer. „Es sind mehrere große Kisten, die sich da schnell ansammeln“, berichtet die Kunstwerkerin.

Inzwischen bewegt sich die Auftragskundschaft im internationalen Raum. So hat Mathiessen erst vor ein paar Tagen ein Bild nach Peking verkauft. Ausstellungsraum und Atelier haben eine Größe von etwa 130 Quadratmetern. „Bei schönem Wetter setze ich mich einfach vor die Tür und male an der frischer Luft“, sagt Mathiessen.

„Mit der Kunstwerkerei habe ich mir einen Herzenswunsch erfüllt“, bekennt sie. „Es gibt mir totale Erfüllung“, sagt Mathiessen. „Es gibt nichts Schöneres als etwas mit meinen Händen zu schaffen, was andere Menschen begeistert.“ Erfülle sich ein Kunde selbst einen Wunsch mit einem Bild von ihr, sei das „ein großes Kompliment“.

Außer der Tätigkeit in der eigenen Galerie betreut Ninette Mathiessen viele Ausstellungen in und um Travemünde. So wird auch die sogenannte TraveArt im Kreuzfahrtterminal von ihr veranstaltet, wo auch Werke anderer Künstler gezeigt werden.

In dieser Serie erläutern wir interessante Arbeitsschritte aus Firmen der Region. Soll Ihr Unternehmen auch in dieser Serie erscheinen? Bewerben Sie sich per E-Mail! Die Adresse: wirtschaft@ln-luebeck.de

Rüdiger Jacob

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