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Spaß an der Arbeit in 80 Metern Höhe

Lübeck Spaß an der Arbeit in 80 Metern Höhe

Die Lübecker Firma Hecodat schult Servicetechniker für Windenergieanlagen.

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Abseilübung an einem Windrad in der Nähe von Käsdorf bei Eutin: Tomaz Wrosch (mit blauem Helm) weist einen Kursteilnehmer an, wie er sich in 80 Metern Höhe richtig verhält.

Quelle: Foto: Svenja Berendt

Lübeck. Der Wind bläst kräftig, tief unten liegt das Feld: 80 Meter über der Erde heißt es Nerven bewahren beim Hantieren mit den Arbeitsgeräten — und vor allem bei der Rettung eines verletzten Kollegen. Die Abseilübung von einem Windrad ist deshalb fester Bestandteil der praktischen Ausbildung. Wer unter Höhenangst leidet, ist dort fehl am Platz. Für Max Klute (37) ist die ungewöhnliche Höhe überhaupt kein Problem. „Das ist reine Kopfsache. Für mich ist das ein Arbeitsplatz wie jeder andere auch.“ Und Svenja Berendt (22) meint: „Das macht richtig Spaß da oben“. Beide absolvieren gerade die Ausbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen bei der Lübecker Hecodat GmbH, einem Unternehmen, das seit zehn Jahren Schulungen in dieser Sparte anbietet.

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„Fachleute in der Windbranche sind überall gefragt. “ Bernd Heering, Chef von Hecodat

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Klute ist Metallbaumeister, kommt aus Högel bei Flensburg und hat vorher lange in einem Zulieferbetrieb für den Anlagenbau gearbeitet. Jetzt will er sich in der Windkraftbranche neu orientieren. „Ich sehe in diesem Beruf eine große Chance. Mein Ziel ist der Offshore-Bereich“, sagt er.

Svenja Berendt aus Flemhude bei Kiel hat zuvor eine Lehre zur Industriemechanikerin in einem Kohlekraftwerk gemacht. „Da hatte ich bereits die Möglichkeit, auf Windanlagen zu gehen“, erzählt Berendt.

Sie wollte im Bereich Energie bleiben, „da hat die Ausbildung gut gepasst.“ Später möchte sie Windräder an Land warten und reparieren. Berendt ist die einzige Frau in diesem Kurs, „aber das ist in Ordnung, auch in der Lehre war es schon so.“

Seit dem 21. Mai pauken die beiden jetzt sechs Monate gemeinsam mit 16 anderen Kollegen aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen die Grundlagen der Windenergietechnik — von den mechanischen und elektrischen Komponenten, vom Antriebsstrang bis zum Generator. Zwei Monate machen sie anschließend ein Praktikum in Betrieben der Windbranche. Selbstverständlich gehört auch ein Sicherheitstraining zur Ausbildung. „Man ist immer zu zweit auf einem Windrad“, sagt Klute. „Wenn sich einer den Fuß verstaucht oder ohnmächtig wird, muss er sich auf den Partner verlassen können.“

Bei der Leiterrettung wird geübt, wie man den verletzten Kollegen sicher wieder an den Boden bekommt.

„Wir bieten die Ausbildung für Windanlagenmechaniker seit 2003 an“, sagt Bernd Heering, Chef von Hecodat. Damals habe man mit der Firma Dewind die Kurse gemeinsam konzipiert. Seit 2005 zertifiziert die IHK zu Lübeck die Kurse, seit 2012 gibt es auch bundeseinheitliche Prüfungsstandards.

Die Berufsaussichten für die angehenden Servicetechniker sind gut. „Fachleute in der Windbranche sind überall gefragt“, sagt Heering. Flexibilität sei aber Voraussetzung in diesem Beruf. „Die Branche ist jung, man muss flexibel reagieren“, sagt Klute. Bei einem Anruf seines Arbeitgebers muss man bereit sein, spontan die Reisetasche zu packen, dann geht es mit dem Flugzeug nach Spanien, Norwegen oder in die Türkei. „Die Techniker sind europaweit unterwegs“, sagt Heering. Hecodat hat in zehn Jahren bisher etwa 550 Techniker ausgebildet. Englisch-Kenntnisse gehören auch dazu, damit sich die Mitarbeiter überall verständigen können. Der Kurs kostet etwa 10 000 Euro, viele Teilnehmer erhalten dabei aber Unterstützung von der Arbeitsagentur oder der Berufsgenossenschaft.

Wer die Prüfung absolviert hat, hält die wertvolle Eintrittskarte für eine Anstellung in der Windbranche in Händen. Denn die Windräder werden immer mehr, und jedes muss alle sechs Monate gründlich gewartet werden.

Hohe Vermittlungsquote
550 Männer und Frauen wurden bei Hecodat in den vergangenen zehn Jahren zu Servicemechanikern für Windenergieanlagen ausgebildet. Die Vermittlungsquote der Absolventen, oft sind es Quereinsteiger, sei sehr hoch, sagt Bernd Heering, der Chef des Weiterbildungsunternehmens, das vor fast 30 Jahren in Lübeck gegründet wurde. „Weit über 90 Prozent von ihnen findet nach Abschluss der Aus- oder Weiterbildung rasch eine feste Anstellung“, sagt er. Die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche gehöre auch zu den Angeboten, die Hecodat den Teilnehmern anbiete.

Christian Risch

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