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Städte im Norden bieten zu wenig bezahlbaren Wohnraum

Lübeck Städte im Norden bieten zu wenig bezahlbaren Wohnraum

Haus & Grund fordert preiswerteres Bauland und weniger Vorschriften – Mieterbund widerspricht – Verband der Wohnungswirtschaft kritisiert Lübeck: Zu teuer, zu langsam.

Lübeck. Bezahlbare Wohnungen für Durchschnittsverdiener werden händeringend gesucht. In vielen Städten Schleswig-Holsteins gibt es zu wenig davon – das ist die einhellige Meinung von Mieterbund, Maklern und Haus & Grund.

Kommentar zum Thema: Teure Versäumnisse

Das liege aber auch an den Kommunen selbst, sagt der Eigentümerverband. „Die Städte haben es in der Hand, den Wohnungsbau anzukurbeln, indem sie günstiges Bauland zur Verfügung stellen. Aber es gibt viele, die stattdessen die Preise in die Höhe treiben“, erklärt Alexander Blazek, Verbandsdirektor von Haus & Grund Schleswig- Holstein. Das gelte für Städte wie Kiel, Lübeck, Norderstedt und Neumünster, aber auch Kommunen am Hamburger Rand.

Neben Preisen für Bauland sorgten auch andere Vorschriften dafür, dass Bauen immer unrentabler werde – zum Beispiel Auflagen zur Begrünung von Dächern oder der Einrichtung von Stellplätzen. „Gerade Stellplätze in Tiefgaragen sind aufwendig und teuer“, sagt Blazek. „Wenn Kommunen mehr sozialen Wohnungsbau fordern, müssen sie ihre Forderungen herunterschrauben“, sagt der Verbandsdirektor.

„Mietwohnungen im unteren Preissegment bis 5,50 Euro pro Quadratmeter gibt es viel zu wenig“, sagt Dietrich Marks von der Lübecker Maklerbörse. Der Wohnungsbau müsste stark angekurbelt werden, aber Lübeck biete zu wenig Grundstücke.

Auch Andreas Breitner, Direktor der Verbandes norddeutscherWohnungsunternehmen (VNW), kritisiert Lübeck. Er fordert weniger Bürokratie, günstigere Baugrundstücke und mehr Personal in den Behörden. Die Genehmigungsverfahren dauerten zu lange. Bei den aktuellen Vorgaben und Kosten ließen sich neue bezahlbare Wohnungen nur schwer errichten, so der frühere Innenminister Breitner.

„Mehr sozialer Wohnungsbau ist dringend erforderlich“, sagt Heidrun Clausen, Geschäftsführerin des Mieterbundes Schleswig-Holstein, widerspricht aber der Kritik. „Die Kommunen stehen alle mit dem Rücken zur Wand und sollten sehr restriktiv mit der Vergabe umgehen.“ Sie sollten überlegen, Grundstücke am besten nur noch in Erbpacht zu vergeben, um Einfluss zu behalten. „Den Versprechungen der Wohnungswirtschaft glauben wir nicht“, so Clausen. Die Zahl der Wohnungen mit Preisbindung sei von früher 100 000 auf 46 000 im Land gesunken. Pro Jahr könnten weiterhin bis zu 2000 Wohnungen aus der Preisbindung fallen. Das müsse gestoppt werden.

Die Landesregierung hatte im Dezember 2015 beschlossen, bezahlbares Wohnen bis 2018 mit 330 Millionen Euro zu fördern. Weitere 400 Millionen Euro fließen in das Sonderprogramm zum „erleichterten Bauen“. Ziel sind 4000 neue Wohneinheiten.

Von Christian Risch und Kai Dordowsky

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