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Stickoxid: Ein Problem in vielen Branchen

Stickoxid: Ein Problem in vielen Branchen

Nicht nur bei Diesel-Fahrzeugen ist das Gas ein Thema. Fluggesellschaften und Reedereien sind auch betroffen.

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Kondensstreifen eines Flugzeuges: Durch den großen Ausstoß von Stickoxiden steht auch die Luftfahrtbranche im Fokus.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Berlin. In großen Mengen wirken sie als Atemgifte, in manchen Industrien kommt man um ihre Entstehung aber nicht herum: Stickoxide sind der zentrale Konfliktstoff im Abgas-Skandal, der bei VW seinen Anfang nahm. Weit gefehlt allerdings, wer glaubt, das sei nur ein Problem der Autohersteller. Die mit der Sammelformel NOx bezeichneten Gase fallen in vielen Wirtschaftsbranchen an.

„Hafenanwohner müssen weiter giftige Rußpartikel einatmen.“ Dietmar Oeliger, Nabu

Energie: „Die Stickoxid-Emissionen aus Kraftwerken gehen zurück“, heißt es beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Weil die gesetzlichen Bestimmungen in den nächsten Jahren strikter würden, halte der Trend an. Der NOx-Gesamtausstoß Deutschlands sank zwischen 1990 und 2013 laut Umweltbundesamt (UBA) um 56,1 Prozent, die Behörde nennt auch den Einsatz emissionsärmerer Brennstoffe und eine bessere Energieeffizienz als Gründe dafür. Die im Rahmen der Energiewende abnehmende Stromproduktion konventioneller Kohle- und Gaskraftwerke spiele ebenso eine Rolle, ergänzt der BDEW.

Flugverkehr: Neben Auto- und Energiekonzernen steht der Flugverkehr im Fokus der Abgas-Debatte. Der Branchenverband BDL erklärt: „Den größten Teil der Verbesserungen bei NOx-Emissionen muss und kann das Triebwerk liefern.“ Pro Passagier und 100 Kilometer hätten deutsche Airlines den Verbrauch seit 1990 um 42 Prozent gesenkt. Damit der NOx-Ausstoß weiter verringert werden könne, müssten die Unternehmen aber genügend Spielraum für Investitionen in die nötige Technik behalten. „Der Luftverkehrssektor arbeitet schon seit einigen Jahren intensiv an der Reduktion der NOx- Emissionen“, so der BDL – „unabhängig von der Autobranche.“

Schiffe: Sie können große Mengen Stickoxide und Ruß in die Atmosphäre schleudern – jedenfalls, wenn sie alte Technik an Bord haben. „Alle Schiffe ab dem Baujahr 2011 dü rfen nicht mehr als 14 Gramm pro Kilowattstunde Stickoxide ausstoßen – allein dieser Schritt sorgte bereits für einen Rückgang der NOx- Emissionen um 20 Prozent“, sagt Ralf Nagel aus dem Präsidium des Verbands Deutscher Reeder (VDR). Antriebe mit verflüssigtem Erdgas machten sogar ein NOx-Minus von 80 Prozent realistisch. Immer wieder lenken aber auch Umweltschützer den Blick auf das Thema Abgase, zuletzt Anfang Mai beim Kreuzfahrt-Riesen „Aidaprima“. „In Wahrheit müssen Passagiere und Hafenanwohner weiter giftige Rußpartikel einatmen“, kritisierte Nabu-Experte Dietmar Oeliger nach eigenen Messungen. Das Unternehmen verteidigte sich: „Aidaprima“ verfügt über die modernste Umwelttechnologie weltweit, die derzeit technisch machbar ist.“

Chemie-Industrie: Eine wichtige Branche, in der NOx bei verschiedenen Reaktionen anfällt, ist außerdem die Chemie. „Die Firmen unternehmen vielfältige Anstrengungen, ihre Emissionen in Luft, Wasser und Boden stetig zu verringern“, sagt Gerd Romanowski vom Branchenverband VCI. Dies geschieht etwa mit Techniken, die auch in Autokatalysatoren genutzt werden: Ammoniak oder Harnstoff „reduzieren“ Stickoxide zu reinem Stickstoff und Wasser. Der Chemie-Anteil am deutschen Gesamtausstoß betrage 2,2 Prozent.

Landwirtschaft: In den Betrieben entstehen Stickoxide vor allem durch Düngeprozesse in Ackerböden. Der Bauernverband verweist auf die „rund viermal so hohen“ Emissionen des Verkehrssektors. Die NOx-Konzentration sei in Städten und Ballungsräumen höher als auf dem Land. Die Deutsche Umwelthilfe moniert, dass neben NOx viel schädliches Ammoniak aus den Böden entweiche: „Mit einem Anteil von etwa 95 Prozent Ammoniak-Emissionen trägt die Landwirtschaft maßgeblich zur Feinstaub-Belastung in Städten bei.“

LN

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