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Wirtschaft im Norden Stickoxide: Zu wenige Messstellen im Norden
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Stickoxide: Zu wenige Messstellen im Norden
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21:29 10.01.2018
Berlin

Das erklärte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, gegenüber den LN. Er ist skeptisch, ob bisherige Maßnahmen gegen die Luftbelastung mit Stickoxiden bereits ausreichend sind. Die DUH forderte deshalb jetzt interessierte Bürger auf, Plätze zu melden, wo ihrer Meinung nach die Luft krank mache. Dort soll von ehremamtlichen Helfern im Februar die Luftbelastung gemessen werden. Resch sagte bei der gestrigen Vorstellung der Mitmach-Aktion „Deck auf, wo atmen krank macht“, wichtig sei jetzt, dass die Städte Busse und andere kommunale Fahrzeuge – Müllabfuhr, Straßenreinigung und andere – rasch mit wirksamen Abgasreinigungsanlagen, etwa mit SCR-Technik, ausrüsteten. Damit könne der Ausstoß von gesundheitsschädigenden Stickoxiden durch diese großen Fahrzeuge enorm verringert werden. Auch müsste es dringend Verbesserungen bei Emissionen der großen Schiffsdiesel geben, die in Kiel und Hamburg die Luft enorm mit Stickoxiden belasteten. Bundesweit will die Umwelthilfe über vier Wochen im Februar an 500 besonders von Abgasen betroffenen Plätzen private Messungen durchführen. Interessierte Bürger können Vorschläge unterbreiten, wo gemessen werden sollte (www.duh.de/abgasalarm). Ein Expertengremium entscheide dann, ob an dem Ort dann tatsächlich gemessen werde. Resch hofft auf viele Bewerbungen aus dem Norden.

Feinstaub-Messstation in Stuttgart: Viel zu wenige solcher Anlagen gebe es, sagt die Umwelthilfe.

Um Vandalismus vorzubeugen, würden die genauen Standorte erst nach Ende der Aktion öffentlich gemacht. Die Messwerte sollen in einem unabhängigen Schweizer Institut ausgewertet und etwa Mitte März veröffentlicht und an die kommunalen und Landesbehörden weitergeleitet werden. Hintergrund sind mehrere Klagen der DUH, mit denen sie Städte – darunter Kiel – zwingen will, mehr für die Reinhaltung der Luft zu unternehmen. Am Kieler Theodor-Heuss-Ring etwa wurden im Jahresdurchschnitt 65 Mikrogramm Stickoxid je Kubikmeter Luft gemessen. In der Moislinger Allee in Lübeck waren es 29 Mikrogramm.

Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm.

Besonders kleine Kinder und Menschen mit Atemwegsproblemen und Asthma litten unter hohen Stickoxidemissionen. Am 22. Februar will das Bundesverwaltungsgericht darüber entscheiden, ob Fahrverbote für Dieselfahrzeuge mit hohem Stickoxid-Ausstoß in Innenstädten rechtens sind.

R. Zweigler

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