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Streik bei Germanwings abgebogen

Bonn Streik bei Germanwings abgebogen

Kein Ärger für Flugreisende: Tarifkonflikt bei Lufthansa-Tochter beendet.

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Empfangen auch in den nächsten Tagen wie gewohnt Fluggäste: Stewardessen und Stewart von Germanwings an Bord eines Airbus A 319-100.

Quelle: Foto: imago

Bonn. Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ist der monatelange Tarifkonflikt beendet und ein Streik in letzter Minute abgewendet worden. Nach einer zweitägigen Marathonrunde kündigte die Kabinengewerkschaft Ufo gestern in Bonn die Einigung an.

Die Arbeitgeber hätten kurzfristig ihr Angebot wesentlich verbessert und seien auf alle Punkte der Gewerkschaft eingegangen, sagte der Ufo-Vorsitzende, Nicoley Baublies in Bad Honnef bei Bonn. „Die drohenden Arbeitskampfmaßnahmen sind vom Tisch“, die Germanwings-Kunden könnten nun beruhigt in den Urlaub fliegen.

Auch das Management des Unternehmens begrüßte die Einigung: „Wir sind mit unserem Angebot an die Kabinengewerkschaft Ufo bis an den Rand des uns Möglichen gegangen“, erklärte der Geschäftsführer der Lufthansa-Tochter, Axel Schmidt. Der Kompromiss komme den Forderungen der Kabinengewerkschaft sehr nahe, setze jedoch nicht die Wettbewerbsfähigkeit von Germanwings aufs Spiel.

Die nun erzielte Einigung, die in den kommenden Wochen in den Details noch in einem neuen Tarifvertrag festgeschrieben werden muss, sieht unter anderem eine Verbesserung der Gehälter über eine Laufzeit von zwei Jahren in drei Stufen um knapp sechs Prozent vor. Ein Teil des Zuwachses ist abhängig von der Ergebnisverbesserung bei Germanwings. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von maximal 1500 Euro. Bei der Lufthansa-Tochter sind gut 700 Flugbegleiter beschäftigt, davon ist laut Ufo mehr als die Hälfte gewerkschaftlich organisiert.

Erfüllt wurde auch die Forderung der Gewerkschaft, die befristeten Arbeitsverträge in unbefristete Arbeitsverhältnisse umzuwandeln. Ferner wurden die Arbeitszeiten neu geregelt. Ufo werde in Zukunft genau darüber wachen, dass es bei der Lufthansa und ihrer Tochter langfristig und „perspektivisch“ sichere Arbeitsplätze geben werde, betonte Baublies.

Ein Streik wäre bei Germanwings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt gekommen und hätte das Unternehmen an einer empfindlichen Stelle getroffen. Im Vorfeld der Einigung hatte Lufthansa-Chef Christoph Franz die Tarifpartner gemahnt, dass die Tochterfirma günstig bleiben müsse. Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben sei, hätte auch Germanwings ihre Existenzgrundlage verloren. Die Linie ist etwa 20 bis 30 Prozent günstiger als die Lufthansa. Erst vor einer Woche hatte der Billigflieger ein neues, dreistufiges Preissystem eingeführt. Es ist das Kernstück einer Neuausrichtung des Lufthansa-Konzerns in Europa.

LN

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