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Wirtschaft im Norden Streik bei Hammer: Mitarbeiter wollen zurück in den Tarifvertrag
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Streik bei Hammer: Mitarbeiter wollen zurück in den Tarifvertrag
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00:00 20.10.2012
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Lübeck

Die Maschinen im Lübecker Faltschachtelwerk im Gewerbegebiet Herrenholz standen gestern still. 100 der insgesamt 132 Beschäftigten der Firma Hammer legten gestern morgen um sechs Uhr für 24 Stunden die Arbeit nieder und streikten. Damit protestierten die Angestellten gegen den Ausstieg ihres Arbeitgebers aus dem Tarifvertrag. „Wir wollen erreichen, dass Hammer einen Anerkennungsvertrag der Papierverarbeitung abschließt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Thomas Borchardt gestern. „Wir haben die Befürchtung, dass sonst eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen den Neuangestellten und dem Stammpersonal entsteht.“ Bereits im August hatte die Geschäftsleitung des Faltschachtelwerkes ihre Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband VPK Nord gekündigt und war in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt. Seitdem kann das Unternehmen neuen Mitarbeitern ein Gehalt unter Tarifniveau bezahlen, da diese keinen rechtlichen Anspruch mehr auf tarifliche Bezahlung haben. Auch ein Sondierungsgespräch mit der betrieblichen Tarifkommission Anfang Oktober bewegte die Geschäftsleitung nicht dazu, umzudenken oder mit der Gewerkschaft Ver.di zu verhandeln.Den Angestellten des 1919 gegründeten Werkes stößt vor allem die Art und Weise auf, in der Hammer aus dem Vertrag ausgestiegen sei. „Die Geschäftsleitung kündigte Mitte August, genau zwei Wochen, bevor sich der Tarifvertrag verlängert hätte“, sagt Ver.di-Gewerkschaftssekretär Johann Rademacher. Mit der Verlängerung wäre eine Gehaltserhöhung der Mitarbeiter einhergegangen.Die Kündigung der Tarifbindung begründete die Chefetage des Faltschachtelwerkes damals mit den hohen Personalkosten. Um insgesamt zehn Prozent sollen diese Ausgaben gesenkt werden, schätzt Rademacher. „Von Kündigungen weiß ich bisher noch nichts“, so der Gewerkschafter. „Ich habe aber von Fällen gehört, bei denen Angestellten nahegelegt wurde, doch von sich aus die Firma zu verlassen.“Die Geschäftsführung des Hammer-Werkes wollte sich gestern nicht zu dem Streik äußern. jki

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