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Wirtschaft im Norden Streikpause bei Lufthansa
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20:19 26.11.2016

. Hunderttausende Passagiere haben in den vergangenen vier Tagen den Streik der Lufthansa-Piloten zu spüren bekommen. Am heutigen Sonntag wird wieder geflogen – zumindest „weitgehend planmäßig“, wie die Lufthansa hofft. Danach könnte es erneut Streiks geben. Die Frage ist nur: wann?

„Es wird am Sonntag aufgrund der vorangegangenen Streiktage noch zu vereinzelten Flugstreichungen kommen“, teilte das Unternehmen gestern mit. Kunden sollten sich vorsorglich im Internet vorab über ihren Flug informieren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte nach ihrer Absage an das jüngste Angebot der Lufthansa zunächst nicht zu weiteren Streiks aufgerufen.

Das geschehe aus Rücksicht auf die Kunden, sagte ein Sprecher der VC. Ob und wann die Gewerkschaft möglicherweise bereits für Montag erneut zum Streik aufruft, war gestern Nachmittag offen.

Die VC betonte, es gelte die Zusage, dass weitere Aktionen wie bisher mindestens 24 Stunden im Voraus angekündigt werden sollten. Bereits am Freitag hatte die Gewerkschaft betont, dass es kein Enddatum für den Streik gebe. Gestern zwang der Ausstand die Lufthansa zur Absage von 137 Flügen, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen.

Seit Mittwoch strich die Airline insgesamt 2755 Flüge; davon betroffen waren insgesamt rund 345 000 Kunden. Gleichwohl konnte die Lufthansa-Gruppe gestern 2863 von 3000 geplanten Flügen anbieten. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti wurden gestern erneut nicht bestreikt. Inhaltlich sind sich beide Seiten seit Streikbeginn keinen Schritt näher gekommen.

Zwar hatte die Lufthansa am Freitag ein weiteres umfassendes Angebot vorgelegt, die VC verwarf das aber als Ablenkungsmanöver. Aus Sicht der Piloten war das erneuerte Angebot der Lufthansa keine Grundlage für neue Gespräche. „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen“, sagte ein VC-Sprecher am Freitagabend. Die Inhalte des Angebots habe Lufthansa bereits vor zwei Monaten auf den Tisch gelegt, in Wahrheit gehe es nicht um neue Zahlen. „Im Endergebnis heißt das ,rechte Tasche-linke Tasche’ und ist kein Versuch zu Ergebnissen zu kommen, sondern ein PR-Schachzug“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg.

Im Einzelnen sah das Angebot 4,4 Prozent Gehaltssteigerungen in zwei Stufen bis Mitte des Jahres 2018 vor. Auch die anderen offenen Tarifthemen wie die Betriebs- und Übergangsrenten sollten in neuen Verhandlungen gelöst werden – möglicherweise mit Hilfe eines Mediators. „Da eine Schlichtung seitens der VC bedauerlicherweise bislang kategorisch ausgeschlossen wird, würde ich gerne mit der VC diese Chance ergreifen, um die bestehenden Gräben zu überwinden“, sagte Personalchefin Bettina Volkens.

LN

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