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Stresstest für das ökologische Gewissen

Lübeck Stresstest für das ökologische Gewissen

Die Ära des Elektro-Autos hat gerade erst angefangen – Die LN haben eine Testfahrt mit einem VW-„Up“ gemacht.

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Leise, flott: Mit dem elektrisch angetriebenen VW-„Up“ durch die lauenburgischen Felder und Wiesen zu fahren, ist schon ein Vergnügen.

Lübeck. Auf den ersten Blick sieht der VW-„Up“ aus wie jeder andere Wagen. Die gleiche Größe, moderne Sitze. Nur, dass sich unter dem Tankdeckel eine Steckdose verbirgt . . . „Dieser Wagen hat eine Reichweite von rund 160 Kilometern, fährt 130 Stundenkilometer Spitze und hat 82 PS“, weiß Matthias Scheel (36), Verkaufsleiter bei VW Senger in Lübeck. Der Preis:

LN-Bild

Die Ära des Elektro-Autos hat gerade erst angefangen – Die LN haben eine Testfahrt mit einem VW-„Up“ gemacht.

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ab 26900 Euro. Ein vergleichbarer Benziner wäre deutlich billiger in der Anschaffung. Aber das ökologische Gewissen fährt mit – Grund genug, den Elektroflitzer zumindest mal auszuprobieren. „Wer bei seinem Händler Strom tankt, zahlt meist nichts“, sagt Scheel.

Einsteigen, bitte! Zum Starten steckt man den Zündschlüssel ins Schloss, dreht – und es geschieht nichts. Jedenfalls sind keine Motorgeräusche zu hören. Nur ein Wort, das unter dem Tacho blinkt, zeigt, dass es losgehen kann: „Ready“.

Der E-„Up“ hat eine Automatikschaltung. Also auf „D“ wie Drive stellen, Gas geben – und ab die Post. Das Fahrgefühl ist eigenartig, wie bei einem Autoscooter. Stufenlos und recht flott beschleunigt der kleine Wagen. Überholen ist kein Problem. Auf der Armaturentafel gibt es eine Anzeige für den Akku-Ladestand. Und auf dem Tacho wird auch der mögliche Radius angegeben: 160 Kilometer.

Das sollte reichen. Wir wollen einmal nach Lauenburg – dort soll eine Strom-Tankstelle sein – und zurück. Knapp 70 Kilometer eine Strecke, notfalls sollte das auch ohne Tanken zu schaffen sein.

Bloß: Schnell merken wir – der Autor und ein Fotograf – , dass die Reichweite etwa doppelt so schnell sinkt, wie die Zahl der gefahrenen Kilometer steigt. „Schalten Sie am besten Eco plus ein“, hatte der freundliche Verkäufer geraten. Dann ist der Wagen nicht so schnell, spart Energie. „Und machen Sie nicht die Klimaanlage an, lieber das Schiebedach auf.“ Braucht alles Strom . . .

Schon im etwa 50 Kilometer entfernten Büchen ist die Reichweite auf unter 90 Kilometer gesunken. Nach Lauenburg sind es keine 20 Kilometer mehr. Wir stoppen kurz, um einen Kaffee zu trinken. Als wir weiter wollen, beginnt dass Auto zu sprechen: „Achtung. Die nächste Ladestation oder die Heimadresse liegen außerhalb der Reichweite.“ Die gleiche Warnung erscheint auf dem Navi des „Up“.

Besorgt rufen wir Herrn Scheel an. Der beruhigt uns: Das Navi kenne wohl die Ladestation in Lauenburg nicht. Also fahren wir weiter – und erreichen tatsächlich den Ort an der Elbe, wo bei der Firma „Senertec“ die Strom-Zapfsäule steht.

Zufrieden holen wir das Ladekabel aus dem Kofferraum. Es gibt zwei: eins für die Haus-Steckdose, damit dauert das Laden Stunden. Und eins für Kraftstrom – dauert eine Stunde. Hier gibt’s Kraftstrom.

Aber was ist das? „Herrje“, stelle ich fest. „Das Kabel passt nicht.“

Bei Senertec ist die Tür offen und Geschäftsführer Thomas Meyer (69) hilft gerne. Inzwischen seien die Stecker an den Ladestationen genormt, aber seine Station sei schon älter. „Sie brauchen einen Adapter.“ Den haben wir nicht und Herr Meyer leider auch nicht. „Nachher ist der weg.“ Dafür koste das Laden aber auch bei ihm nichts. Problem: So lange, bis das Auto Hausstrom getankt hat, wollen wir nicht warten. Was nun?

Es gibt eine nahe Zapfsäule in Geesthacht, aber wir können jetzt nicht klären, ob dort alles klappen würde. Also beschließen wir, zu VW in Mölln zu fahren. Dort gibt es sicher Kraftstrom für uns, aber es sind 35 Kilometer. Und unsere angezeigte Reichweite liegt bei 50 Kilometern. Wir riskieren es. Wir werden einfach ganz langsam fahren.

Mit 60 Kilometern pro Stunde schleichen wir die Landstraße entlang, eine Autoschlange bildet sich. Und das Langsamfahren zahlt sich aus: Die vom Auto errechnete Reichweite sinkt nur noch sehr langsam. Glücklich erreichen wir Mölln, wo wir das Kabel der Zapfsäule erfolgreich in unser Auto stecken. 40 Minuten später ist der Akku fast voll, und wir düsen erleichtert zurück nach Lübeck.

Fazit: Der Elektro-„Up“ fährt sich sehr angenehm, es macht Spaß, mit ihm geräuschlos dahinzugleiten. Wer jeden Tag zum Büro und zurück fährt und über Nacht laden kann, für den ist dieser Wagen eine ökologisch saubere, günstige Alternative. Wer viel in der Gegend herumfährt, für den kann es dagegen spannend werden. Aber auch das kann ja Spaß machen.

Viele Hersteller bieten E-Autos oder Hybride an

Eine Prämie für den Kauf von E-Autos will der Staat noch in diesem Monat zahlen. Die Bundesregierung hatte sich darauf verständigt. Die Prämie beträgt 4000 Euro, für Hybrid-Autos gibt es 3000 Euro.

Der Aufbau neuer Ladestationen wird ebenfalls gefördert. 15000 sollen landesweit entstehen, etwa an Supermärkten oder Sportplätzen.

Viele Autohändler , wie beispielsweise VW und Renault in Lübeck, bieten außer E-Autos auch die kostenlose Nutzung ihrer firmeneigenen Kraftstrom- Ladestationen an.

Die Preise für Elektroautos sind meist höher als für vergleichbare Benzinmodelle. Oft einige tausend Euro. Das liegt vor allem an der Batterie. Bei VW (neben dem „Up“ ist auch der „Golf“ als E-Modell erhältlich) gibt es für diese acht Jahre oder 160000 Kilometer Garantie.

Auf die Hybrid-Technik setzt der japanische Autohersteller Toyota . „Diese Technik hat sich absolut bewährt und bietet den Kunden zuverlässige Autos“, sagt Andreas Hartinger, Verkäufer bei Autohaus Reköndt in Lübeck. Den Toyota Yaris Hybrid gibt es dort in der Basisausstattung ab 17300 Euro (ohne Zulassung und Fracht). Der Toyota Auris Hybrid kostet in der Basisversion 22

900 Euro. „Toyota zahlt 3000 Euro Hybrid-Prämie“, erklärt Hartinger.

Gebrauchte Elektroautos der Serie Opel Ampera bietet zurzeit Dello in Lübeck an. Das Autohaus hat Zugriff auf das Lager der gesamten Dello-Gruppe mit Zentrale in Hamburg.

BMW bietet den i3, den es ab 34950 Euro zu kaufen gibt, unter anderem im Autohaus Hansa Nord. Es gibt den BMWi3 n zwei Ausführungen – mit 60 Amperestunden (160 km Aktionsradius) oder 94 Amperestunden (200 km Aktionsradius).

 Marcus Stöcklin

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