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Wirtschaft im Norden Strom: Private zahlen für teure Geschenke
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Strom: Private zahlen für teure Geschenke
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22:21 01.07.2013

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf höhere Stromrechnungen einstellen. Ein Grund ist, dass die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien einer Studie zufolge 2014 erneut stark steigen wird. Von derzeit knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde werde sie auf etwa 6,1 Cent zulegen, ermittelte das Öko-Institut in einer gestern vorgestellten Studie im Auftrag von Greenpeace. Das würde einen Durchschnittshaushalt statt bisher mit 185 Euro mit knapp 215 Euro pro Jahr belasten.

Hinzu kommt, dass die Kosten durch Ausnahmen bei den Netzentgelten von 805 Millionen Euro nächstes Jahr auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro steigen könnten. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Grünen-Fraktion. Diese Industrierabatte werden von den übrigen Stromkunden über eine weitere Umlage bezahlt, die ebenfalls Teil des Strompreises ist.

Begünstigt wurden im Zuge einer umstrittenen Änderung auch mehrere Golfplätze, Schlachtereien und Kühlhäuser.

Zuletzt kletterte die Zahl der Begünstigten auf über 3330. So sollen wegen der Belastungen durch die Energiewende Arbeitsplätze gesichert werden. Das Rabattvolumen werde sich 2014 trotz einer geplanten Einschränkung der Ausnahmetatbestände weiter erhöhen, heißt es in der Studie. Ein Grund ist, dass die Netzentgelte auch wegen des Ausbaus im Zuge der Energiewende um 10 bis 20 Prozent steigen werden, „so dass die Entlastung bestimmter Großverbraucher teurer wird“.

Durch die parallelen Entwicklungen könnte die Jahres-Stromrechnung etwa eines Drei-Personen-Haushalts mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch erstmals die Grenze von 1000 Euro durchbrechen. Die Umlage ist auch deshalb so hoch, weil Union und FDP die Zahl an Ausnahmen für energieintensive Unternehmen ausgeweitet hatten. Greenpeace fordert zur Senkung von Kosten weniger Industrierabatte. So könnte die Umlage um bis zu 1,6 Cent sinken, sagte Energieexperte Andree Böhling.

Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) rechnet mit einer Ökostrom-Umlage von sechs Cent und mehr. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte 2011 allerdings noch gesagt, die Umlage solle nicht über 3,5 Cent steigen. Bald droht das Doppelte.

Inflationsrate steigt
Die steigenden Energiepreise schieben auch die Teuerung in den 17 Euro-Ländern an. Die jährliche Inflationsrate kletterte im Juni auf 1,6 Prozent, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat gestern in Luxemburg mit. Im Mai hatte die Rate noch 1,4 Prozent betragen. Die Preise für Lebensmittel blieben hingegen laut Eurostat weitgehend stabil, Dienstleistungen und Industriegüter wurden etwas günstiger.

LN

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