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Studenten zu böse? Mercedes geht gegen Spot über Hitler vor

Paris/Stuttgart Studenten zu böse? Mercedes geht gegen Spot über Hitler vor

Filmstudenten haben provokantes Video gedreht — und verärgern damit den Autobauer.

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Das Video des Anstoßes zeigt einen Mercedes, der vor spielenden Mädchen bremst, aber den jungen Adolf Hitler überfährt.

Quelle: Foto: dpa

Paris. Ein Mercedes verhindert Hitler: Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg haben einen provokanten Spot mit einer Daimler-Limousine gedreht — und damit den Unmut des Autobauers auf sich gezogen. In dem Video erkennt das Auto dank seiner Technik Gefahren, „bevor sie entstehen“ — und tötet dabei kurzerhand den jungen Adolf Hitler. Die Macher mussten in das Video auf Wunsch des Autoherstellers nachträglich Hinweise einfügen, dass Daimler mit dem Spot nichts zu tun hat. Mercedes-Benz distanziere sich vom Inhalt des Spots, erklärte Daimler. „Wir sind der Überzeugung, dass es unangemessen ist, den Tod eines Menschen beziehungsweise eines Kindes sowie Inhalte mit einem Bezug zum Nationalsozialismus in einem Werbespot zu verwenden.“ Dass es sich dabei um eine fiktive Werbung handle, sei unerheblich. In das Video mussten die Macher daher Hinweise wie „Unautorisierter Spot! Keine Verbindung zu Mercedes-Benz / Daimler AG“ einfügen.

„Werbung in Deutschland ist sehr brav“, sagte Regisseur Tobias Haase. Er und sein Team seien stolz, einen solchen Film gemacht zu haben. Der Werbespot ist für den Deutschen Nachwuchspreis First Steps nominiert, den Mercedes-Benz unterstützt.

In dem Clip stoppt die Limousine auf dem Weg durch Hitlers österreichische Geburtsstadt Braunau am Inn dank des Fahrerassistenzsystems automatisch, wenn spielende Kinder auf die Straße rennen. Nur auf den kleinen Adolf steuert das Auto unbeirrt zu — und überfährt ihn. Am Ende bleibt das Kind auf dem Boden liegen. Seine Gliedmaßen formen ein Hakenkreuz. Letzte Einblendung: „Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen.“ Im Netz löste der Spot zwiespältige Reaktionen aus: Nutzer der Videoplattform Vimeo bezeichnen ihn als „nicht witzig“ und „deutliche Kaltschnäuzigkeit“, andere als ein „geniales Stück“ oder „großartig“.

Offen bleibt die Frage: Darf man mit Hitler Werbung machen — und in einem Film ein unschuldiges Kind überfahren lassen? Holger Bergmann, einer von zwei Produzenten des Clips, verteidigte Haases Position. „Wir befinden uns bei unserem Spot nicht in unserer eigenen realen Welt“, sagte Bergmann den „Stuttgarter Nachrichten“. Auf jeden Fall sollten sich deutsche Autobauer in Sachen Werbung mehr trauen, findet Tobias Haase.

Video unter www.youtube.com/watch?v=MZGPz4a2mCA

Kältemittel: Etappensieg für Daimler
Im Kältemittel- Streit zwischen Daimler und Frankreich kann der Autobauer erst einmal aufatmen. Frankreich muss die Kompaktmodelle von Mercedes vorerst zulassen. Das oberste Verwaltungsgericht gab in Paris eine entsprechende Entscheidung zugunsten des Autobauers bekannt. Nach der einstweiligen Verfügung muss der Conseil d'État noch grundsätzlich entscheiden. Frankreich hatte sich seit Anfang Juli geweigert, Kompaktmodelle von Mercedes zuzulassen, die vom Kraftfahrtbundesamt mit einem alten Kältemittel zertifiziert worden waren. Frankreich wirft dem Konzern unzulässige Umgehung von EU- Umweltvorschriften vor.

LN

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