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Wirtschaft im Norden Nebenjob als Popcorn-Macherin
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17:13 06.10.2018
Damla Kaplan (27) macht im CineStar das frische Popcorn in der hauseigenen Küche. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Eine junge Studentin tauscht Freizeit gegen Arbeit. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, ist für Damla Kaplan keine Frage. „Es macht super viel Spaß hier“, sagt die 27-Jährige und fügt hinzu: „Ich arbeite in einem ganz tollen Team.“

Besondere Freude hat sie bei einem Arbeitsschritt, der den Kinobesuchern den Film versüßt – und das im wahren Wortsinne. Anfang der 30er Jahre hat ein besonderer Knabberspaß Einzug in die Kinos der USA gehalten. Und längst hat der beliebte Snack die Kinosäle auf der ganzen Welt erobert. Es geht um Popcorn, um aufgepoppte Maiskörner. Wie begehrt der Snack für Kinobesucher ist, belegt eine Zahl, die CineStar-Theaterleiterin Miriam Waldmann (33) hochgerechnet hat: 1,5 Milliarden Maiskörner wurden seit Gründung allein hier in der Stadthalle zu Popcorn verarbeitet.

Und das geht so: Kaplan steht an einem der beiden großen Popcorn-Kessel. Den befüllt sie mit einer abgewogenen Menge Maiskörner. Bei einer Temperatur von 200 Grad und mit etwas Spezialfett auf Rapsölbasis sowie Zucker oder Salz explodieren die aus Stärke und Wasser bestehenden Körner – und aus dem harten Puffmais wird der leckere Klassiker Popcorn. In der ganzen Küche duftet es nach dem begehrten Snack.

Kein Wunder also, dass sie die Studentin ihren Kino-Dienst „leidenschaftlich gern“ macht. Die Studentin weiß genau, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die Kessel mit dem fertigen Popcorn in die große Schale zu kippen. Wenn es zu knallen anfängt, dann ist es soweit. „Wir produzieren so täglich kiloweise frisches Popcorn “, erklärt Damla Kaplan. „Es wird nicht fertig eingekauft.“

Damit die Körner nicht zusammenkleben, rührt die Mitarbeiterin sie etwas durch. Danach kommt das Popcorn zum Transport an die nur wenige Meter entfernten sieben Tresen mit den Truhen. Häufig noch warm wird es dann in Pappschachteln an die Kinobesucher verkauft.

Damla Kaplan ist in Deutschland geboren, hat türkische Wurzeln und studiert auf Lehramt – und zwar Geschichte und Mathe. Trotzdem findet sie noch ausreichend Zeit, sich der Kinoarbeit zu widmen.

„Sie ist ein echter Wirbelwind und ein bisschen die Seele des Hauses“, sagt Miriam Waldmann. Seit 2013 ist Kaplan jetzt schon dabei. Angefangen hat sie als Servicekraft und an der Theke. Heute ist sie Serviceleiterin, ist unter anderem für die Kasse zuständig, steht an der Theke oder am Einlass, betreut Gäste oder arbeitet andere Mitarbeiter ein. Außerdem hat die junge Frau hier auch ihren zukünftigen Ehemann – einen Kollegen – kennengelernt. Im kommenden Jahr wird geheiratet. „Wir freuen uns alle wie verrückt“, sagt Waldmann. „Das wird die erste Cine­Star-Hochzeit!“ Ob es zur Feier dann vielleicht statt Torte Popcorn geben wird? Wer weiß . . .

Rüdiger Jacob

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