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Studie: Diebe verursachen in Geschäften Milliardenschäden

Lübeck Studie: Diebe verursachen in Geschäften Milliardenschäden

Die Zahl der Delikte steigt – und die Läden investieren viel Geld in ihren Schutz. Immer häufiger sind aber organisierte Banden unterwegs, die sich kaum aufhalten lassen.

Lübeck. Ladendiebstähle nehmen in Deutschland immer weiter zu. Nach einer gestern veröffentlichten Studie des Kölner Wirtschaftsforschungsinstituts EHI haben Kunden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,24 Milliarden Euro aus den Geschäften gestohlen. Das seien 100 Millionen Euro mehr als 2014.

„Wir müssen wirklich jede Ecke ausleuchten.“ Markus Behling, CB Mode in Lübeck

Auch in Schleswig-Holstein gab es einen deutlichen Anstieg. 11863 Fälle wurden laut Kriminalstatistik landesweit gemeldet, ein Plus von 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der entstandene Schaden liegt nach Angaben des Handelsverbands Nord bei 70 bis 80 Millionen Euro. Es gebe aber eine hohe Dunkelziffer, sagt Geschäftsführerin Monika Dürrer. „Viele Fälle werden nicht angezeigt, weil das Geschäft schnell weitergehen muss oder die Einzelhändler demotiviert sind, da solche Verfahren oft wegen Nichtigkeit doch wieder eingestellt werden.“

Es werde fast alles gestohlen, was die Läden so hergeben, sagt Lübecks Polizeisprecherin Anett Dittmer. Jugendliche würden vor allem zu Mode und Schmuck greifen. Dinge, die sie sich aufgrund ihres geringen Taschengeldes sonst nicht leisten könnten. Rentner steckten eher Lebensmittel ein. Und gewerbsmäßige Diebe nähmen Waren mit, die sich gut verkaufen ließen – wie Zigaretten, Alkohol und Elektroartikel. Nach Schätzungen des EHI ist inzwischen rund ein Viertel aller Ladendiebstähle auf Banden und organisierte Kriminalität zurückzuführen.

Für Geschäfte sei es nicht leicht, sich vor Dieben zu schützen, insbesondere vor Profis. „Sie schaffen es, die neuesten Sicherheitsvorkehrungen auszuschalten“, sagt Dittmer. Zum Beispiel seien sie mit speziell präparierten Taschen unterwegs, mit denen sich der Alarm am Ausgang austricksen lasse.

Bei CB Mode im Lübecker Herrenholz hält sich die Zahl der Diebstähle laut Filialleiter Markus Behling zurzeit in Grenzen. Dafür seien aber auch eine ganze Reihe von Sicherheitsmaßnahmen nötig. So ist die komplette Ware mit einer Diebstahlsicherung ausgestattet, zudem wird das ganze Geschäft mit offenen und versteckten Kameras überwacht. „Wir müssen wirklich jede Ecke ausleuchten“, sagt Behling.

Auch die Mitarbeiter hätten einen großen Anteil daran, dass verhältnismäßig wenig passiere. „Sie begrüßen jeden Kunden und schenken ihm Aufmerksamkeit“, sagt er. „Das schreckt den Gelegenheitsdieb ab.“ Zudem gebe es einen regelmäßigen Austausch mit den anderen Filialen über neue Diebstahl-Methoden. „Wenn sich die Fälle dann doch mal häufen, engagieren wir Detektive“, sagt er.

Piepser am Ausgang, Videokameras und Detektive sind auch das, was Polizeisprecherin Anett Dittmer als Erstes empfiehlt. Im vergangenen Jahr investierten die Händler laut EHI deutschlandweit 1,3

Milliarden Euro in Technik und Personal zum Diebstahlschutz. Vor allem für kleine Läden sei einiges aber kaum bezahlbar. Dort sollten vor allem die Mitarbeiter die Augen gut offen halten, rät Dittmer. Die Schwierigkeit dabei: „Es gibt keinen typischen, nach außen hin leicht zu erkennenden Dieb“, sagt die Polizeisprecherin. „Letztendlich kann es jeder sein.“

 Janina Dietrich

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