Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Suche nach Atom-Endlager: Kein Ort wird ausgeschlossen

Berlin/Kiel Suche nach Atom-Endlager: Kein Ort wird ausgeschlossen

Nein, ein Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland ist noch nicht gefunden. Aber Kriterien für die Suche danach gibt es jetzt. Die Endlagersuchkommission hat sie erarbeitet. Und allein das feiern die Grünen-Umweltminister der Länder, allen voran der Kieler Minister Robert Habeck, schon als großen Erfolg.

Wo kann in Deutschland der radioaktive Müll der Atomkraftnutzung die nächsten eine Million Jahre wohl am sichersten vor sich hinstrahlen? Diese Frage bewegt die Gemüter -

Quelle: dpa

Berlin/Kiel. Es geht um die Frage, wo in Deutschland der radioaktive Müll der Atomkraftnutzung die nächsten eine Million Jahre wohl am sichersten vor sich hin strahlen kann – und um viele Emotionen. Ein Salzstock im niedersächsischen Gorleben war schon ausgeguckt und gilt als sicher. Weil der Ort über die Jahrzehnte aber geradezu zum Wahrzeichen des Anti-Atomproteste geworden ist, setzten vor allem die Grünen darauf, noch einmal ganz neu nach einem Endlager- Standort zu suchen. Die Anti-Atomkraft-Aktivisten vom BUND zum Beispiel verlangten in der Kommission sogar, den Ort von vornherein aus der Suche auszuschließen. Sachsen und vor allem Bayern, obwohl jahrzehntelang ein wirtschaftlicher Profiteur großer Atomkraftwerke im Land, versuchten hingegen, ihre Länder bei der Endlagersuche heraus zu halten, in dem sie eine Lagerung des Mülls in Granitgestein vertraglich ausschließen lassen wollten.

Am Ende des letzten, 13-stündigen Sitzungsmarathons der Endlagersuchkommission blieb gestern früh beides erfolglos. Es wird jetzt nicht nur in Salz- und Tongestein, sondern auch in Granit nach einem Standort gesucht, und auch das Zwischenlager in Gorleben wird nicht ausdrücklich als Endlager ausgeschlossen. „Die Kommission hat trotz einer sehr kontroversen Interessenlage der unterschiedlichen Beteiligten insgesamt sehr konstruktiv und fair gearbeitet“, bilanzierte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) nach der Sitzung. „Es wurden echt ein paar dicke Brocken weggeräumt“, sagte Robert Habeck. Zudem werde jetzt Gesamtverantwortung übernommen anstatt auf Einzelinteressen zu schauen. Leicht sei das nicht gewesen. „Wenn man durch die Hölle der Endlagersuchkommission gegangen ist, kann einen nichts mehr erschrecken in der Politik“, sagt Habeck.

So soll es jetzt weitergehen: Zunächst werden anhand der geologischen Ausschlusskriterien ungeeignete Gebiete verworfen. In einem nächsten Schritt werden geologisch und planungswissenschaftlich günstige Standortregionen ausgesucht. Bundestag und Bundesrat müssen dann die eingehende Untersuchung einiger Standorte beschließen. Nach diesen Untersuchungen soll eine weitere Runde in Bundestag und Bundesrat folgen. Parlament und Länderkammer sollen dann festlegen, wo der Atommüll letztlich hinkommt.

Irgendwann nach 2050 könnte es so weit sein. Das vermutet zumindest Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Bis dahin bleibt der Müll in einem bereits vorhandenen Zwischenlager in Gorleben und in den Zwischenlagern der Atomkraftwerke, auch wenn die schon stillgelegt sind. Ein Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall ist bereits gefunden: Der Schacht Konrad bei Salzgitter. Das alte Salzbergwerk wird gerade entsprechend hergerichtet, 2021 könnte es dann in Betrieb gehen, heißt es bislang.

Die Kommission

2014 setzte der Bundestag die Endlagersuchkommission ein, um herauszufinden, wo der radioaktive Müll der Zeit der Atomkraftnutzung dauerhaft und tief unter der Erde gelagert werden könne – er wird noch eine Million Jahre gefährlich strahlen. Der Kommission gehören acht Wissenschaftler, 16 Politiker aus Bund und Ländern und acht Vertreter von Gewerkschaften, Industrie, Kirchen und Umweltverbänden an.

Wolfram Hammer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.717,00 +0,30%
TecDAX 1.696,50 -0,26%
EUR/USD 1,0726 -0,32%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 16,17 +4,71%
E.ON 6,34 +3,36%
INFINEON 16,21 +2,67%
Henkel VZ 105,60 -1,19%
LINDE 154,47 -1,16%
SIEMENS 108,17 -0,77%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 153,16%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,56%
Polar Capital Fund AF 102,45%
Fidelity Funds Glo AF 91,69%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.